Datum16.07.2026 18:24
Quellewww.spiegel.de
TLDRDie DGHS, Deutschlands größte Suizidhilfeorganisation, steht wegen wachsender Kritik unter Druck. Angehörige berichten von Zweifeln und Schuldgefühlen, da Todeswünsche angeblich routinemäßig abgewickelt wurden. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts auf Totschlag bei einem assistierten Suizid, bei dem der Verstorbene psychisch krank gewesen sein soll. Dies wirft Fragen zur Umsetzung des Urteils des Bundesverfassungsgerichts auf, das die Suizidhilfe legalisiert hat, sowie zu gesetzlichen Regelungslücken.
InhaltDeutschlands größte Suizidhilfeorganisation steht in der Kritik: Angehörige bleiben teils mit Zweifeln oder Schuldgefühlen zurück. Und in einem Fall ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts auf Totschlag. Jeder Mensch hat heute in Deutschland das Recht, sich beim Suizid helfen zu lassen – egal ob schwer krank oder nicht. Das hat das Bundesverfassungsgericht bereits 2020 entschieden. Doch die Kritik an der Deutschen Gesellschaft für Humanes Sterben (DGHS), der größten Sterbehilfeorganisation hierzulande, nimmt zu. 2025 unterstützte die Organisation knapp 900 Menschen dabei, sich das Leben zu nehmen. Angehörige bleiben teils mit Zweifeln oder Schuldgefühlen zurück. Sie berichten von Suizidhelfern, die Todeswünsche stumpf abwickelten und sich nicht an die Standards des Vereins hielten. "Ich fühlte mich als Angehöriger von der DGHS alleingelassen, hinter das Licht geführt", berichtet ein Mann. Die DGHS bestreitet die Vorwürfe. Aber die Anschuldigungen nehmen zu: Seit Anfang des Jahres ermittelt die Staatsanwaltschaft Köln gegen zwei Sterbebegleiter. Sie sollen beim Suizid eines 47-jährigen Mannes geholfen haben, der offenbar psychisch krank gewesen war. Der Anfangsverdacht lautet: Totschlag in mittelbarer Täterschaft. In dieser Folge von "Firewall" hören Sie, was das Urteil des Bundesverfassungsgerichts ausgelöst hat. Wie die Vorbereitungen für einen assistierten Suizid tatsächlich ablaufen. Und warum es in Deutschland noch immer kein Gesetz gibt, das die Regelungslücken bei der Suizidhilfe schließt. Wenn Systeme versagen, wollen alle wissen: Wie war das möglich? Darum geht’s bei "Firewall". Wir erzählen zum Beispiel, wie Scam-Farmen ihre Opfer abzocken und dabei ein Milliardengeschäft machen. Warum russische Nachrichtendienste offenbar einen BND-Agenten anwerben konnten. Oder wieso Wirecard-Betrüger Jan Marsalek den deutschen Sicherheitsbehörden entkommen konnte. Gemeinsam mit SPIEGEL-Reporterinnen und -Reportern sucht Host Sandra Sperber nach Schwachstellen in Systemen und findet die, die sie ausnutzen. Sie können "Firewall" in allen Podcast-Apps kostenlos hören. Klicken Sie dafür einfach auf den Link zu Ihrer Lieblings-App: Und abonnieren Sie dann den Podcast, um keine Folge zu verpassen. Wenn Sie lieber eine andere Podcast-App nutzen, suchen Sie dort einfach nach "Firewall". Oder Sie nutzen dafür den Link zum RSS-Feed . Hier finden Sie alle bisherigen Podcastfolgen im Überblick. Mitarbeit: Philipp Fackler