Zölle: USA kündigen Importzölle für Brasilien an

Datum16.07.2026 17:38

Quellewww.zeit.de

TLDRDie USA kündigen Zölle auf brasilianische Importe ab nächster Woche an, begründet mit unfairen Handelspraktiken und Hindernissen für US-Unternehmen. Ausnahmen gelten für Produkte sensibler Lieferketten wie Erdöl und Flugzeugteile. Brasilien weist die Vorwürfe zurück, verweist auf seinen eigenen Handelsüberschuss mit den USA und kündigt Gegenmaßnahmen sowie eine Klage bei der WTO an.

InhaltDie USA sehen unfaire Handelspraktiken von Brasilien und planen Importzölle. Ausgenommen sind Produkte sensibler Lieferketten. Brasilien kündigt Gegenmaßnahmen an. Die US-Regierung will Importe aus Brasilien mit einem Zollsatz in Höhe von 25 Prozent belegen. Ausgenommen seien etwa Produkte, die in den USA nicht ausreichend vorhanden seien oder eine besonders sensible Lieferkette hätten, teilte ein US-Regierungsbeamter mit. Dazu zählen demnach Erdöl und Gas, Rindfleisch, Orangensaft sowie bestimmte Flugzeugteile. Fällig seien die Zölle ab nächster Woche Mittwoch. Eine Untersuchung habe eine Vielzahl von unfairen Handelspraktiken offenbart. Dazu zählten Handelsvorteile für Indien und Mexiko, die den USA nicht zugutekämen, sagte der Regierungsbeamte. Zudem kritisierten die USA angebliche Hemmnisse für ihre Tech-Konzerne und Finanzdienstleister, die in Brasilien mit unfairen Einschränkungen zu kämpfen hätten. Schaffe die brasilianische Regierung diese Praktiken ab, würden die Zölle wieder zurückgenommen, sagte der Regierungsbeamte. Die brasilianische Regierung wies die geplante Zollerhebung scharf zurück. "Es gibt keine Rechtfertigung für einseitige Maßnahmen gegen unser Land", teilten Sprecher des Präsidialamtes mit. Die USA hätten im Waren- und Dienstleistungshandel mit Brasilien in den vergangenen 15 Jahren selbst einen Überschuss von 424,5 Milliarden US-Dollar erzielt, teilten die Sprecher weiter mit. Brasilien kündigte an, auf Grundlage seines Gegenseitigkeitsgesetzes Gegenmaßnahmen gegen die US-Zölle einzuleiten und den Fall vor die Welthandelsorganisation (WTO) zu bringen. Dieser Artikel wird weiter aktualisiert.