Datum16.07.2026 17:19
Quellewww.spiegel.de
TLDREin Filzstift, der Buzz Aldrin 1969 rettete, als ein Schalter für den Mondrückstart abbrach, wurde für rund 780.000 Euro versteigert. Aldrin benutzte den Stift, um den Mechanismus zu aktivieren und so eine Mond-Strandung zu verhindern. Weitere Gegenstände aus Aldrins Besitz, darunter Uhren und ein Flugplan, kamen ebenfalls unter den Hammer. Dieses Ereignis erinnert an die technischen Herausforderungen und den Einfallsreichtum während des Apollo-Programms.
InhaltDer Stift ist ein Stück Weltraumgeschichte. Ohne ihn hätten Buzz Aldrin und Neil Armstrong 1969 auf dem Mond festgessen. Bei der Versteigerung ebenfalls gefragt: Aldrins Uhren, der Flugplan und eine Sowjetflagge. Fast hätte ein abgebrochener Schalter dafür gesorgt, dass Edwin "Buzz" Aldrin und Neil Armstrong im Jahr 1969 auf dem Mond gestrandet wären. "Es war der schlimmste Schalter, der überhaupt hätte abbrechen können", wie US-Astronaut Aldrin, der zweite Mann auf dem Mond, sich erinnert. Denn er aktivierte den sogenannten "Engine Arm" – ohne ihn hätte das Triebwerk für den Rückstart von der Mondoberfläche nicht eingeschaltet werden können, der Weg zurück zu Michael Collins im Kommandomodul und zur Erde wäre versperrt gewesen. Also, was tun? "Ich hätte zwar meinen Finger hineinstecken und den Schalter zurücksetzen können, aber durch den Schutzschalter floss Strom, und ich wollte mich nicht selbst unter Strom setzen", erklärt Aldrin in einem Schreiben. Also entschied er sich, einen Filzstift in die Öffnung zu rammen – mit Erfolg. Ebendieser Stift in mattiertem Aluminium – längst ausgetrocknet – erzielte bei einer Auktion von Sotheby's in New York mehr als 850.000 Dollar – also rund 780.000 Euro, inklusive Aufgeld. Das abgebrochene Stück Schalter, ein schwarzes Stück Kunststoff, rund 1,3 Zentimeter lang, gab es dazu. Aldrin ist heute 96 Jahre alt und einer von vier noch lebenden Männern, die während der Apollo-Landungen Ende der Sechziger- und Anfang der Siebzigerjahre auf dem Mond spaziert sind. Neben Stift und Schalter hat sich der Astronaut noch von so manch anderen Gegenständen aus seiner persönlichen Sammlung getrennt, darunter: Die Flagge habe er "als Geste der Diplomatie und um dieses historische Ereignis zu würdigen" mitgenommen, schreibt Aldrin. Sie mitzutragen sei ein Zeichen des guten Willens zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika und der Sowjetunion gewesen – "und zugleich ein Beleg dafür, dass Apollo 11 eine menschliche Errungenschaft war, die nationale Grenzen überschritt". Das Apollo-Programm gilt bis heute als eine der größten technischen Anstrengungen der Menschheitsgeschichte. Bis zu 400.000 Menschen arbeiteten mit, um die USA als erste Nation zum Mond zu bringen. Am 16. Juli 1969 starteten Neil Armstrong, Buzz Aldrin und Michael Collins. Am 20. Juli 1969 setzten Armstrong und Aldrin mit Landefähre "Eagle" auf, Collins blieb im Kommandomodul "Columbia". Nach 22 Stunden auf dem Mond ging es dorthin zurück – auch dank des Filzstifts. Wer den Schalter damals abgebrochen hat, ist laut Aldrins Schreiben an Sotheby's bis heute unklar: "Heute denke ich, dass Neil den Schalter abgebrochen hat, und Neil denkt, dass ich ihn mit einem unserer Rucksäcke abgebrochen habe, weil wir uns in diesem beengten Raum so viel bewegt haben." In seinem Buch "No Dream Is Too High" von 2016 klang das laut dem "Guardian" etwas anders: "Da der Schutzschalter sich auf meiner Seite der Kapsel befand, hatte ich ihn offenbar mit dem schweren Rucksack gestoßen – entweder als ich mich darauf vorbereitete, nach draußen zu treten, oder als wir nach unserem Spaziergang auf dem Mond wieder eingestiegen waren." Egal, wie es war, es gilt, was Aldrin in dem aktuellen Brief an Sotheby’s schreibt: "Am Ende war das Wichtigste, herauszufinden, wie wir das Problem lösen."