Datum16.07.2026 16:34
Quellewww.spiegel.de
TLDRDer ukrainische Geschäftsmann Wadym Jermolajew erhebt schwere Vorwürfe gegen den ukrainischen Militärgeheimdienst HUR und spricht von einem gezielten Mordversuch nach einem Bombenanschlag in Monaco Ende Juni. Er wurde schwer verletzt, als am Eingang seines Wohngebäudes eine Bombe explodierte. Die Staatsanwaltschaften in Monaco und Nizza ermitteln wegen versuchten Mordes. Jermolajew steht seit Dezember 2023 unter ukrainischen Sanktionen wegen angeblicher Kooperation mit Russland. Eine tatverdächtige Ukrainerin wurde erschossen in der Ukraine aufgefunden; festgenommene mutmaßliche Täter sind HUR-Offiziere.
InhaltWadym Jermolajew überlebte nur knapp die Explosion am Eingang eines Wohngebäudes. Jetzt erhebt er laut einem Schreiben schwere Vorwürfe gegen den ukrainischen Geheimdienst HUR und spricht von einem gezielten Mordversuch. Der ukrainische Geschäftsmann Wadym Jermolajew wurde bei einer Explosion in Monaco vor zwei Wochen schwer verletzt – und bezichtigt den ukrainischen Militärgeheimdienst HUR der Tat. "Aufgrund der uns vorliegenden Ermittlungsergebnisse haben wir keinen Zweifel daran, dass aktive Offiziere der Hauptnachrichtendienstabteilung des ukrainischen Verteidigungsministeriums, allgemein bekannt als HUR, direkt an diesem Attentatsversuch beteiligt waren", heißt es in einem von Wadym Jermolajew über seine Anwälte verbreiteten Schreiben, das der Nachrichtenagentur dpa vorliegt. Beteiligt gewesen seien "Personen aus dem Umfeld der derzeitigen und ehemaligen Führung des Dienstes", schreibt der Geschäftsmann, der von einem gezielten Mordversuch spricht. Die mit dem Fall befassten Staatsanwaltschaften in Monaco und im französischen Nizza ermitteln wegen versuchten Mordes und einer Sprengstoffstraftat. Sie äußerten sich auf Anfrage zunächst nicht zu den Anschuldigungen und dem aktuellen Stand ihrer Ermittlungen. Zu der Tat war es abends am Eingang eines Wohngebäudes in Monaco gekommen. Zuvor hatte eine Person dort ein Paket abgelegt, das explodierte, als Jermolajew zusammen mit seiner Partnerin und einem Sohn das Gebäude verließ. Alle drei wurden dabei schwer verletzt. Der 58-jährige Jermolajew ist seit Dezember 2023 mit ukrainischen Sanktionen belegt, Präsident Wolodymyr Selenskyj warf ihm Kooperation mit Russland vor. Jermolajew zählte regelmäßig zu den reichsten Ukrainern. Nach der Explosion Ende Juni war nach einer tatverdächtigen Ukrainerin mit Wohnsitz in Deutschland gefahndet worden. Wenige Tage später wurde die Frau erschossen in der Ukraine aufgefunden. Die festgenommenen mutmaßlichen Täter sind Offiziere des ukrainischen Militärgeheimdienstes HUR.