Berlin bekommt von 2032 an Hunderte neue S-Bahn-Züge

Datum16.07.2026 16:10

Quellewww.spiegel.de

TLDRBerlin erhält ab 2032 H

InhaltDie Hauptstadt erhält eine neue S-Bahn-Generation, barrierefrei und mit moderner Technik. Bis dahin müssen alte Züge saniert und aufgerüstet werden und Pendler müssen sich auf Ausfälle und Umwege einstellen. Rund 1,5 Millionen Fahrgäste befördert die S-Bahn Berlin nach eigenen Angaben an Werktagen. Die rot-gelben Züge gehören zum Stadtbild wie der Fernsehturm. Allerdings sind sie im Durchschnitt 20 Jahre alt – um den öffentlichen Nahverkehr zu sichern, müssen neue Bahnen her. Nach jahrelangen rechtlichen Auseinandersetzungen steht nun fest: Von 2032 an sollen 350 Halbzüge mit insgesamt 1400 Wagen die S-Bahn-Flotte auf der Stadtbahn und der Nord-Süd-Verbindung verstärken und verjüngen. Betrieben werden sie wie bisher von der Deutschen Bahn. Für Bau und Auslieferung sind die Konzerne Stadler und Siemens Mobility verantwortlich. Das Konsortium hat am 8. Juli den rechtskräftigen Zuschlag erhalten, wie die Senatsverwaltung für Verkehr mitteilte. Der Prozess dauerte angesichts der komplexen Ausschreibung mit mehreren Vergabelosen und einem Gesamtvolumen von rund 15 Milliarden Euro deutlich länger als ursprünglich geplant. Zudem verzögerten rechtliche Auseinandersetzungen mit dem unterlegenen Bieter Alstom die Vergabe. Der jetzt vergebene Auftrag umfasst Beschaffung, Betrieb und Instandhaltung des Berliner S-Bahnverkehrs ab dem Jahr 2032 auf der West-Ost- sowie der Nord-Süd-Achse. Die Ringbahn ist darin nicht enthalten. Der Verkehrsvertrag für den Betrieb laufe 15 Jahre, der Vertrag für die Instandhaltung der Züge auf 30 Jahre, teilte die Senatsverwaltung weiter mit. Die 350 Neufahrzeuge sollen die bisherigen Baureihen 480 und 481 schrittweise ersetzen. Die alten Züge gehen dann in den Ruhestand. Insgesamt sind 756 Züge in Betrieb, das macht 1512 Wagen. Damit sie noch bis 2032 durchhalten, müssen sie in den kommenden Jahren in die Werkstatt und umfassend saniert und aufgerüstet werden. Insbesondere auf den Linien S1 und S5 kommt es deshalb absehbar zu Einschränkungen für die Fahrgäste. Die neuen Züge werden optisch wohl nahezu identisch sein mit den S-Bahnen, die seit einigen Jahren auf der Ringbahn unterwegs sind. Auch diese wurden von Stadler und Siemens gebaut. Der Unterschied liege in der Technik, sagte Siemens-Mobility-Chef Michael Peter. Moderne Halbleiter sollen bei der Umwandlung des elektrischen Stroms Energie sparen. Gewichtsoptimierte Drehgestelle sparten Gewicht und entlasteten das Schienennetz, sagte Peter weiter. Die neuen Züge werden den Angaben der Deutschen Bahn zufolge über mehr Barrierefreiheit, zusätzlichen Platz für Fahrräder und USB-C-Steckdosen an jedem Doppelsitz verfügen. Auf welchen Linien die neuen Fahrzeuge zuerst zum Einsatz kommen, sei noch offen, sagte S-Bahn-Chef Heiko Büttner. Klar ist, dass die neue Flotte größer sein wird als die der bisherigen Baureihen 480 und 481. In Fredersdorf soll deshalb bis spätestens 2032 ein neues Instandhaltungswerk für die S-Bahn entstehen.