Datum16.07.2026 15:02
Quellewww.zeit.de
TLDRDie Welthungerhilfe warnt vor Gefährdung ihrer Arbeit durch sinkende Entwicklungshilfe, auch aus Deutschland. Globale Einsparungen und die Halbierung der deutschen humanitären Hilfe bis 2027 bedrohen Erfolge im Kampf gegen Hunger. Krisenbewältigung und Agrarsysteme seien unverhältnismäßig betroffen. Die Organisation betont, dass Investitionen in Hungerbekämpfung Frieden und Sicherheit fördern und Krisen verhindern. Trotz weiterhin hoher Hungerzahlen sei die Beseitigung von Hunger lösbar.
InhaltAufgrund globaler Einsparungen bei der Entwicklungszusammenarbeit sieht die Welthungerhilfe ihre Arbeit in Gefahr. Auch die Bundesregierung steht in der Kritik. Die Welthungerhilfe sieht die globale Bekämpfung von Hunger durch Einsparungen bei der Entwicklungszusammenarbeit beeinträchtigt. "Kürzungen bedrohen die Erfolge, die wir in den letzten Jahren erreichen konnten", sagte der Generalsekretär der Organisation, Mathias Mogge, bei der Vorstellung des Jahresberichts in Berlin. Dabei wurden auch die Einsparungen der Bundesregierung kritisiert. "Im aktuellen Regierungsentwurf zum Bundeshaushalt 2027 wird die Halbierung der humanitären Hilfe fortgeschrieben", sagte die Präsidentin der Welthungerhilfe, Marlehn Thieme. Weitere Kürzungen seien das "falsche Signal". Im Haushalt des Bundesentwicklungsministeriums würden Krisenbewältigung, Wiederaufbau und Infrastruktur sowie Transformation der Agrar- und Ernährungssysteme überproportional gekürzt werden, sagte Thieme weiter. Dabei seien dies prioritäre Bereiche in der Strategie des Ministeriums. Internationale Zusammenarbeit sei eine Investition in Frieden, Stabilität und gemeinsame Sicherheit, sagte Thieme. "Wer heute in die Überwindung von Hunger und Armut investiert, verhindert die Krisen von morgen", sagte die Präsidentin. Die Zahl der Hungernden bleibe mit 673 Millionen Menschen auf einem hohen Niveau, sagte Thieme weiter. Zugleich zeige die Arbeit der Welthungerhilfe, dass nachhaltige Veränderungen möglich seien. Im Jahr 2025 seien 348,3 Millionen Euro für die Bekämpfung von Hunger und Armut eingesetzt worden, rund 0,8 Millionen Euro mehr als 2024, sagte Generalsekretär Mogge. Aus Deutschland kamen im vergangenen Jahr 141,8 Millionen an öffentlichen Geldern. Insgesamt plant die Bundesregierung für das kommende Jahr, wie schon für 2026, mit rund einer Milliarde Euro für humanitäre Hilfe. Im Vergleich zu 2024 haben sich die jährlichen Ausgaben halbiert. Hunger sei das "größte, aber durchaus auch lösbare Problem unserer Zeit", sagte die Präsidentin der Welthungerhilfe. Die Vereinten Nationen verfolgen das Ziel, bis zum Jahr 2030 eine hungerfreie Welt zu schaffen.