Datum16.07.2026 14:20
Quellewww.spiegel.de
TLDRIm Fall des Brückeneinsturzes in Genua, bei dem 2018 43 Menschen starben, hat ein Gericht den Ex-Chef der Autobahngesellschaft, Giovanni Castellucci, zu zwölf Jahren Haft verurteilt. Der Einsturz erfolgte nach dem Versagen eines Brückenpfeilers, da offenbar seit 1967 keine ausreichenden Instandhaltungsmaßnahmen durchgeführt wurden. Die Tragseile und der Betonstahl des Bauwerks waren marode.
Inhalt43 Menschen kamen 2018 ums Leben, als in Genua die Morandi-Autobahnbrücke einstürzte. Nun geht der Mammutprozess in dem Fall zu Ende – mit einer Haftstrafe für den Hauptangeklagten. Der Einsturz der Morandi-Brücke in Genua erschütterte 2018 ganz Italien, 43 Menschen kamen ums Leben. Acht Jahre später verkündet das Gericht nun seine Urteile in dem Fall mit 57 Angeklagten. Das Gericht sprach den früheren Topmanager der Autobahngesellschaft Autostrade per l'Italia, Giovanni Castellucci, schuldig und verurteilte ihn zu zwölf Jahren Haft. Am 14. August 2018 hatte ein Pfeiler der Morandi-Brücke nachgegeben, sodass die Fahrbahn des vielbefahrenen Bauwerks auf einer Strecke von etwa 200 Metern wegbrach. Dutzende Fahrzeuge stürzten in die Tiefe. Nach Angaben des Ermittlungsrichters waren seit der Einweihung der Brücke 1967 "nicht einmal minimale Instandhaltungsmaßnahmen ergriffen" worden, um die Tragseile von Pfeiler Nummer neun zu verstärken. Dass der Betonstahl der 1,2 Kilometer langen Brücke spröde war, war bekannt. An den baugleichen Pfeilern zehn und elf waren Arbeiten vorgenommen worden. Für Pfeiler Nummer neun war eine Renovierung vorgesehen. "Die Morandi-Brücke war eine Zeitbombe. Sie konnten es ticken hören, aber sie wussten nicht, wann sie explodieren würde", sagte Staatsanwalt Walter Cotugno während des Verfahrens. In Kürze mehr bei SPIEGEL.de