Datum16.07.2026 13:39
Quellewww.zeit.de
TLDRDeutschland und Frankreich intensivieren ihre Zusammenarbeit im Bereich der nuklearen Abschreckung. Im Rahmen eines deutsch-französischen Ministerrats werden erste praktische Schritte unternommen, darunter die gemeinsame Betankung eines französischen und eines deutschen Kampfjets. Dies ist Teil einer im März vereinbarten Partnerschaft, die eine Beteiligung deutscher Soldaten an französischen Nuklearmainübern 2024 vorsieht. Die Kooperation soll die nukleare Abschreckung der NATO ergänzen und stärken, wobei Frankreich neben Großbritannien über eigene Atomwaffen verfügt. Aktuell sind US-Atombomben in Deutschland stationiert.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Ministerrat in Brühl“. Lesen Sie jetzt „Deutschland und Frankreich starten Atom-Kooperation“. Deutschland und Frankreich leiten erste praktische Schritte der Zusammenarbeit bei der nuklearen Abschreckung ein. Auf dem Fliegerhorst Nörvenich bei Köln sollen noch heute ein französischer Kampfjet vom Typ Rafale, der mit Atomwaffen bestückt werden kann, und ein Eurofighter der Bundeswehr gemeinsam betankt werden, wie es kurz vor einem Treffen von Bundeskanzler Friedrich Merz und Frankreichs Präsidenten Emmanuel Macron auf Schloss Bensberg bei Köln aus deutschen Regierungskreisen hieß. Mit der Aktion in Nörvenich beginnt die Umsetzung der Nuklear-Partnerschaft zwischen Deutschland und Frankreich, die Anfang März von Merz und Macron vereinbart worden war. Wenn am Freitag der deutsch-französische Sicherheits- und Verteidigungsrat auf dem Fliegerhorst tagt, wird es um eine weitere Vertiefung gehen. Unter anderem soll beschlossen werden, dass sich im Herbst erstmals deutsche Soldaten an einem französischen Nuklearmanöver beteiligen, wie es hieß. Macron hatte europäischen Partnern bereits vor Jahren angeboten, unter den atomaren Schutzschirm Frankreichs zu rücken. Neben Großbritannien ist es das einzige westeuropäische Land, das über Atomwaffen verfügt. In Deutschland sind derzeit US-Atombomben als Teil der nuklearen Abschreckung der Nato stationiert, für deren Einsatz im Ernstfall die Bundeswehr Kampfjets bereitstellt. Die Kooperation mit Frankreich soll die Nato-Abschreckung ergänzen und stärken. © dpa-infocom, dpa:260716-930-394392/1