Datum16.07.2026 13:32
Quellewww.spiegel.de
TLDREine aktuelle Studie des CHE zeigt, dass die Wohnsituation von Studierenden stark vom Standort und Geschlecht abhängt. Zwar wohnt ein Viertel der Studierenden noch im Elternhaus, doch dieser Anteil ist leicht gesunken. Männer leben häufiger zu Hause als Frauen. Wohngemeinschaften und Mietwohnungen sind ebenfalls weit verbreitet. Regionale Unterschiede sind erheblich: Im Saarland leben die meisten Studierenden bei den Eltern, in Mecklenburg-Vorpommern die meisten in Mietwohnungen. Die meisten Studierenden wohnen nah an der Hochschule.
InhaltWG, Wohnheim, Mietwohnung – oder doch im Kinderzimmer? Wie Studierende wohnen, hängt stark vom Standort ab. Und auch zwischen Männern und Frauen gibt es aktuellen Zahlen zufolge deutliche Unterschiede. Studieren heißt nicht immer ausziehen. Wer wo wohnt (und wie weit der Weg zur Uni ist), unterscheidet sich in Deutschland stark nach Hochschulort. Und nach Geschlecht. Männer ziehen für das Studium seltener zu Hause aus als ihre Kommilitoninnen. Während von den Studenten ein knappes Drittel noch im Elternhaus wohnt, sind es bei den Studentinnen weniger als ein Viertel. Das ist ein Ergebnis einer aktuellen Auswertung , für die das Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) in den vergangenen drei Wintersemestern mehr als 87.000 Studierende zu ihrer Wohnsituation befragt hat. Insgesamt ist der Anteil der Studierenden, die im Elternhaus lebten, im Vergleich zur Auswertung aus dem Jahr 2023 um 0,5 Prozentpunkte auf 27,9 Prozent zurückgegangen – nach Jahren des kontinuierlichen Anstiegs. Ähnlich viele Studierende leben den Daten zufolge in einer privaten Mietwohnung: ein leichtes Plus von 1,3 Prozentpunkten seit 2023 auf einen Anteil von 27,8 Prozent. Rund ein Viertel (24,8 Prozent) teilt die Wohnung mit anderen in einer Wohngemeinschaft. Hier sank der Anteil seit der letzten Veröffentlichung um 1,4 Prozentpunkte. Etwas seltener wohnen Studierende in einem Studierendenwohnheim (15,2 Prozent). Die Wohn- und Lebenssituationen unterscheiden sich laut CHE aber zwischen den Hochschulstandorten gewaltig: Im Saarland, dem Spitzenreiter unter den Bundesländern, leben 42,8 Prozent während des Studiums weiter bei den Eltern. Die meisten WG-Bewohner im Ländervergleich gibt es in Thüringen mit einer Quote von 33,2 Prozent. Den höchsten Anteil von Studierenden in einer Mietwohnung hat Mecklenburg-Vorpommern mit 46,7 Prozent. Das CHE hat auch nach der Entfernung des Wohnortes von der Hochschule gefragt. Eine große Mehrheit von 63,2 Prozent lebt während des Semesters direkt vor Ort. 30,4 Prozent der Befragten wohnen bis zu 50 Kilometer vom Hochschulort entfernt, 6,4 Prozent legen sogar noch weitere Wege zurück. Im Vergleich zur vorangegangenen Auswertung seien die Studierenden damit insgesamt etwas näher an den Hochschulstandort herangerückt, so das CHE. Auch hier zeigen sich deutliche regionale Unterschiede je nach Bundesland: Während in Mecklenburg-Vorpommern der Anteil der Studierenden, die direkt am Hochschulstandort leben, mit 88,3 Prozent bundesweit am höchsten ist, ist der Anteil im Saarland mit 43,3 Prozent nur knapp halb so groß. Die Wege legen die Studierenden dabei überwiegend mit öffentlichen Verkehrsmitteln, dem Fahrrad oder zu Fuß zurück. Ein gutes Viertel nutzt ein Auto, um zur Hochschule zu gelangen.