Leben auf dem Lande: Dorftreffs sollen Zusammenhalt in Sachsens Dörfern stärken

Datum16.07.2026 12:17

Quellewww.zeit.de

TLDREine Studie des Sächsischen Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie untersucht die Bedeutung von Dorftreffs zur Stärkung des ländlichen Zusammenhalts. Diese Dorfgemeinschaftshäuser, oft in ehemaligen Schulen oder Gasthöfen untergebracht, werden durch ehrenamtliches Engagement und kommunale Kooperation belebt. Sie fördern soziale Begegnungen und stärken die Dorfgemeinschaft, können aber wegfallende Infrastruktur wie Läden oder Gaststätten nicht ersetzen. Herausforderungen sind steigende Kosten und begrenzte Ressourcen.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Leben auf dem Lande“. Lesen Sie jetzt „Dorftreffs sollen Zusammenhalt in Sachsens Dörfern stärken“. Dorftreffs sollen das Leben auf dem Lande in Sachsen attraktiver machen. Das Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie hat dazu eine Studie in Auftrag gegeben, deren Ergebnisse nun vorliegen, wie das Infrastrukturministerium mitteilte.  Die qualitative Studie untersucht, wie Dorfgemeinschaftshäuser entstehen, betrieben und genutzt werden und wie Eigentümer, Betreiber sowie Nutzer kooperieren. Dafür wurden acht Fallstudien in Dörfern erstellt, darunter in Kletzen in der Gemeinde Krostitz, in Brößnitz in der Gemeinde Lampertswalde und in Wittgendorf als Teil der Stadt Zittau. "Die Studie zeigt, wie viel Kraft in unseren Dörfern steckt, wenn engagierte Bürgerinnen und Bürger mit der Kommune, mit Vereinen, Kirchgemeinden, Feuerwehren und vielen weiteren Akteuren an einem Strang ziehen. Denn ein Dorfgemeinschaftshaus wird nicht durch Mauern, Tische und Stühle lebendig, sondern einzig durch die Menschen, die Verantwortung übernehmen", erklärte Ministerin Regina Kraushaar (CDU). Mit mehreren Programmen unterstütze man diese Eigenverantwortung. So würden aus Treffpunkten Orte, die Heimat, Zusammenhalt und Vertrauen in die eigene Gestaltungskraft stärkten. Die Gebäude solcher Dorftreffs gehören häufig der Gemeinde. Oft sind sie in früheren Schulen und Gasthöfen untergebracht. Betrieb und Veranstaltungen werden aber oft von Vereinen, Ortsvorstehern oder engagierten Einzelpersonen getragen. Die Häuser bieten Raum für Vereinsarbeit, Ortschaftsratssitzungen, Feste, private Feiern, Jugendangebote oder Seniorentreffs. Sie könnten wegfallende Angebote wie Dorfladen, Gaststätte, Bankfiliale oder Schule nicht einfach ersetzen - aber helfen, Begegnung im Ort zu ermöglichen und soziale Beziehungen zu stärken. "Die Studie macht deutlich, dass der Betrieb solcher Häuser anspruchsvoll ist. Zu den häufig genannten Themen gehören steigende Betriebs- und Energiekosten, bauliche Anforderungen, die Gewinnung jüngerer Engagierter und begrenzte personelle Ressourcen im Ehrenamt", lautet ein Befund. Entscheidend sei deshalb, die Nutzung realistisch zu planen, Verantwortung auf mehrere Schultern zu verteilen und Angebote an den tatsächlichen Bedarfen im Ort auszurichten. © dpa-infocom, dpa:260716-930-393894/1