Datum16.07.2026 06:51
Quellewww.spiegel.de
TLDRStarke Niedrigwasser beeinträchtigen die Schifffahrt auf deutschen Flüssen wie Elbe, Rhein und Donau. Binnenschiffe können weniger Ladung transportieren, was zu höheren Kosten führt. Trotzdem ist die Schifffahrt weiterhin möglich. Der Klimawandel verschärft das Problem. Besserung ist erst nach ergiebigen Regenfällen zu erwarten, die laut Fachleuten kurzfristig nicht absehbar sind.
InhaltVielen Flüssen fehlt Regen, der Pegel der Elbe in Dresden liegt etwa ein Meter niedriger als normal. Schiffe können deshalb weniger Waren mitnehmen – der Transport wird teurer. Viele deutsche Flüsse wie der Rhein, die Elbe oder die Donau sind derzeit von starkem Niedrigwasser betroffen – das wirkt sich auf die Schifffahrt aus. "Binnenschiffe können derzeit weniger Ladung aufnehmen als bei höheren Wasserständen", teilt Fabian Spieß, stellvertretender Geschäftsführer beim Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt (BDB) auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa mit. Auch bei Niedrigwasser führe die Binnenschifffahrt aber weiterhin Gütertransporte durch, amtliche Sperrungen durch die Bundeswasserstraßenverwaltung (WSV) gebe es nicht. "Die Schifffahrt fährt, solange es sicher möglich ist", betonte Spieß. Dennoch bestätigt die WSV Niedrigwasser an zahlreichen Rheinpegeln. Laut der Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG) wurde an der Donau in den vergangenen Tagen zudem bereits der niedrigste bisherige Wasserstand gemessen. Der Wasserstand der Elbe lag am Dresdner Pegel am Donnerstag bei 55 Zentimetern – etwa ein Meter unter dem Mittelwert. Andreas Bartel vom Duisburger Hafen "Duisport" bestätigt die durchs Niedrigwasser entstandenen Probleme für die Schifffahrt. "Die Folge sind geringere Transportmengen pro Schiff und damit steigende Transportkosten entlang der Lieferkette." Gleichzeitig führe die reduzierte Auslastung dazu, dass für die gleiche Warenmenge mehr Schiffe eingesetzt werden müssen. "Daher ist bei Niedrigwasser häufig sogar ein höheres Schiffsaufkommen auf dem Rhein zu beobachten als unter normalen Bedingungen", erklärt Bartel. Aktuell zeige sich die Binnenschifffahrt dennoch robust und weiche beispielsweise auf den Schienenverkehr aus. Bartel betont aber: "Der Klimawandel wird dazu führen, dass Phasen mit Niedrigwasser künftig häufiger auftreten können." Am grundlegenden Bild der Flüsse werde sich erst etwas ändern, wenn es zu ergiebigen Regenfällen im ganzen oder wenigstens in großen Teilen des Einzugsgebietes der jeweiligen Flüsse kommt, betont Florian Krekel, Fachbereichsleiter Schifffahrt beim WSV. Dies sei momentan aber nicht absehbar. Laut der BfG ist in den kommenden Wochen keine nachhaltige Entspannung der Lage zu erwarten. Die Flüsse in Deutschland leiden unter der Trockenheit und hohen Temperaturen. An manchen Stellen der Donau floss zuletzt nur noch ein Sechstel der üblichen Wassermenge. Lesen Sie hier mehr dazu, wie der Dürrestress die Flüsse verändert.