Datum16.07.2026 02:57
Quellewww.spiegel.de
TLDRRussland wirft der Ukraine einen gezielten Drohnenangriff vor, bei dem der Chefingenieur des besetzten Atomkraftwerks Saporischschja und sein Fahrer getötet worden sein sollen. Rosatom bezeichnete dies als "Terroranschlag". Die Ukraine hat sich dazu bislang nicht geäußert. Das größte AKW Europas, das sich seit März 2022 in russischer Hand befindet, liegt nahe der Front und ist wiederholt Ziel von Beschuss. Die IAEA verurteilte den Vorfall und rief zur Einstellung von Angriffen auf Nuklearanlagen auf.
InhaltSeit dem Frühjahr 2022 steht das größte Atomkraftwerk Europas in der Südostukraine unter russischer Kontrolle. Immer wieder sorgt Beschuss für Gefahr in Saporischschja. Nun gab es laut russischen Angaben einen Drohnenangriff auf ein Dienstfahrzeug. Eine ukrainische Drohne soll nach russischen Angaben den Chefingenieur des besetzten Atomkraftwerks Saporischschja getötet haben. Es handle sich um einen "gezielten Terroranschlag des Kiewer Regimes", erklärte am Mittwoch der russische Atomkonzern Rosatom, der das Kraftwerk beaufsichtigt. Die Anlage befindet sich im Südosten der Ukraine. Alexander Jakowlow und sein Fahrer wurden den russischen Angaben zufolge getötet, als "eine Drohne der ukrainischen Streitkräfte" ein Dienstfahrzeug in der Nähe des Kraftwerks getroffen habe. Jakowlow habe "sein ganzes Leben der Kernenergie gewidmet und sei gewissermaßen an seinem Gefechtsposten gestorben", erklärte Rosatom-Chef Alexej Lichaschow. Auf den Telegram-Kanälen des Kraftwerks und auch von Rosatom war Jakowlow zuvor nie erwähnt worden. Das Atomkraftwerk in Saporischschja ist das größte in Europa. Es befindet sich seit März 2022 in russischer Hand und liegt nahe der Front. Die sechs Reaktoren sind abgeschaltet, die Anlage braucht jedoch weiterhin Elektrizität für ihre Kühl- und Sicherheitssysteme. Seit Beginn der russischen Offensive in der Ukraine im Februar 2022 haben sich beide Seiten wiederholt vorgeworfen, mit Angriffen auf das Kraftwerk eine Atomkatastrophe zu riskieren. Das Moskauer Außenministerium verlangte von der internationalen Atomaufsicht IAEA eine deutliche Positionierung: "Wir fordern von den zuständigen internationalen Gremien, allen voran der IAEA, eine klare und unmissverständliche Erklärung, in der dieser Mord verurteilt wird", schrieb die Sprecherin, Marija Sacharowa, bei Telegram. Namentlich nannte sie den Chef der IAEA Rafael Grossi. Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung. Eine Stellungnahme der IAEA folgte später auf der Plattform X. Demnach verurteilte Grossi den Vorfall, bezeichnete ihn als "inakzeptabel" und als Gefährdung der nuklearen Sicherheit. Die Organisation rufe zur Einstellung aller Angriffe auf oder nahe Nuklearanlagen und deren Personal auf. Lesen Sie hier: Wie der Vorstoß im Donbass für Russland zur strategischen Falle werden könnte