USA: Donald Trump beharrt trotz Todesschüssen auf Fahrzeugkontrollen durch ICE

Datum16.07.2026 01:10

Quellewww.spiegel.de

TLDRNach zwei Todesfällen bei Verkehrskontrollen durch die US-Einwanderungsbehörde ICE beharrt Präsident Donald Trump auf den umstrittenen Einsätzen. Er bezeichnet die Fahrzeugkontrollen als wichtiges Instrument zur Verbrechensbekämpfung und widerspricht Medienberichten über einen Kurswechsel. Bürgerrechtsorganisationen und einige Politiker fordern dagegen eine strengere Kontrolle der ICE nach den tödlichen Vorfällen.

InhaltZwei Männer starben zuletzt in ihren Autos bei Einsätzen der US-Einwanderungsbehörde. Trotzdem sieht Präsident Donald Trump keinen Grund, die umstrittenen Zugriffe im Straßenverkehr zu stoppen. In den USA gibt es erneut Aufregung über das brutale Vorgehen der Einwanderungsbehörde ICE. Zwei Menschen waren zuletzt bei Verkehrsstopps erschossen worden. US-Präsident Donald Trump hat ICE jetzt angewiesen, an den umstrittenen Fahrzeugkontrollen von Migranten festzuhalten – ungeachtet der neuen Todesfälle. Trump schrieb am Mittwoch in seinem Onlinedienst Truth Social, die Praxis dürfe nicht aufgegeben werden, denn sie sei "eines der wichtigsten und effektivsten Instrumente von ICE im Kampf gegen die Kriminalität". Er widersprach damit Medienberichten, nach denen seine Regierung ein vorläufiges Ende der Fahrzeugkontrollen angeordnet habe (mehr hier). Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung. Der Präsident schrieb weiter, mit einem solchen Kurswechsel würde seine Regierung "den Kriminellen in die Hände spielen" und den "radikalen linken Dummokraten", wie er die oppositionellen Demokraten seit Wochen nennt. Laut CNN  hatte der Präsident wütend auf die Medienberichte über einen Kurswechsel reagiert. Ein Ende der Fahrzeugkontrollen würde es schwerer machen, die von Trump angeordneten Massenabschiebungen durchzusetzen. In den vergangenen Tagen hatten ICE-Mitarbeiter einen Mexikaner und einen Kolumbianer in ihren Autos erschossen, weil sie angeblich eine Gefahr darstellten. Bei beiden Männern handelte es sich laut Medienberichten allerdings nicht um die Gesuchten. In den Bundesstaaten Maine und Texas kam es daraufhin zu neuen Protesten gegen die Einwanderungsbehörde. Die "New York Times", CNN und andere Medien hatten am Dienstag übereinstimmend von einem Strategiewechsel bei ICE berichtet. "Das wird nicht passieren, solange ich das Sagen habe", erklärte Trump nun dazu. Auch im Präsidentenlager gibt es Befürworter eines Umdenkens: Die republikanische Senatorin aus dem Bundesstaat Maine, Susan Collins, telefonierte nach eigenen Angaben mit dem zuständigen Heimatschutzminister Markwayne Mullin und drängte ihn, "alle nicht dringenden Fahrzeugkontrollen einzustellen". Collins bewirbt sich bei den Kongresswahlen Anfang November um ein verlängertes Mandat. Minister Mullin äußerte sich nicht explizit zu dem Chaos um die Kontrollen, teilte aber mit, dass er und der Präsident "am selben Strang ziehen". Das Vorgehen der Einwanderungsbehörde sorgt in den USA seit Jahren für scharfe Kritik. Nach den jüngsten tödlichen Einsätzen fordern Bürgerrechtsorganisationen und Politiker erneut eine strengere Kontrolle der Behörde. Bereits im Januar hatten tödliche Einsätze von Bundesbeamten, bei denen die US-Bürger Renée Good und Alex Pretti starben, landesweit Empörung ausgelöst.Schon wieder haben ICE-Beamte einen Menschen erschossen. Es ist der zweite Todesfall in nur sieben Tagen. Donald Trumps Einwanderungspolitik geht buchstäblich über Leichen – und wird nun zum Thema im Kongresswahlkampf. Mehr hier .