Datum16.07.2026 00:30
Quellewww.spiegel.de
TLDRArgentinische Spieler zeigten nach dem WM-Halbfinal-Sieg gegen England ein Banner mit der Aufschrift "Las Malvinas son Argentinas", was sich auf die Falklandinseln bezieht. Dies erinnert an den 44 Jahre zurückliegenden Krieg. Trotz der Warnung des Trainers, Sport und Politik zu trennen, teilte die argentinische Vizepräsidentin die nationalistische Sichtweise. Die FIFA verbietet politische Botschaften, was dem argentinischen Team Konsequenzen einbringen könnte.
InhaltDas WM-Halbfinale zwischen Argentinien und England stand auch im Zeichen des Konflikts um die Falklandinseln. Nach der Partie präsentierten einige Profis ein Plakat mit einer politischen Botschaft. Argentinische Spieler haben nach dem 2:1-Sieg gegen England im Halbfinale der Fußball-WM ein politisches Banner von Fans gegriffen und hochgehalten. "LAS MALVINAS SON ARGENTINAS" (deutsch: "Die Malvinas sind argentinisch") stand darauf in schwarzen Versalien geschrieben. Das Banner hielt etwa Mittelfeldspieler Giovani Lo Celso in der Hand. Hintergrund ist offenbar der Krieg um die Falklandinseln zwischen Großbritannien und Argentinien vor 44 Jahren. In Argentinien werden die Falklandinseln "Malvinas" genannt. Argentinien hatte 1982 das britische Überseegebiet der Falklandinseln besetzt, das Vereinigte Königreich entsandte Militär, es kam zum Krieg. Dabei starben rund 1000 Soldaten, etwa zwei Drittel davon stammten aus Argentinien. Schlichtungs- und Vermittlungsversuche der Vereinten Nationen oder der USA scheiterten. Der Krieg endete erst, als Argentinien nach 74 Tagen kapitulierte. Die Inseln sind seit 1833 britisches Überseegebiet. Erst 1989 nahmen Argentinien und Großbritannien wieder diplomatische Beziehungen auf. Nach dem Finaleinzug feierte Argentinien vor seinen Fans. Auf Bildern ist das Banner sowohl in Reihen der Fans als auch in Händen der Spieler zu sehen. Es ist unklar, woher es stammt. Der Weltverband Fifa verbietet Spielern und Offiziellen rund um die WM-Spiele, politische Botschaften zu präsentieren. Dem argentinischen Team könnte damit Ärger drohen. Argentiniens Trainer Lionel Scaloni hatte vor dem Spiel noch davor gewarnt, den Konflikt mit dem Sport zu vermischen. "Wir denken an Argentinier, an Menschen, die wir im Krieg verloren haben. Aber das müssen wir von dem Spiel trennen", sagte er. Der militärische Konflikt sei lange her und Geschichte. "Was haben die Spieler damit zu tun?", so Scaloni. Das sah die Vizepräsidentin seines Landes anders. "Wir spielen gegen die Piraten-Usurpatoren. Das ist kein Spiel wie jedes andere", schrieb Victoria Villarruel auf X und kündigte an: "Ich werde nicht politisch korrekt sein oder mich zurückhalten. Gegen die Engländer geht es um mehr." Villarruels Vater hatte im Krieg um die Falkland-Inseln für Argentiniens Militärdiktatur gekämpft. Es ginge im Spiel darum, "den Eindringlingen die Stirn zu bieten", schrieb die ultrarechte Politikerin weiter: "Hoch lebe Argentinien! Wir werden nämlich bis zum letzten Atemzug fordern, was uns gehört."