Datum15.07.2026 22:43
Quellewww.zeit.de
TLDRDie EU-Kommission hat die angekündigten Änderungen bei X, der Plattform von Elon Musk, nach einer Millionenstrafe wegen Verstößen gegen EU-Regeln akzeptiert. X muss Transparenz bei Verifizierungshaken und Datenlieferungen an Forscher verbessern. Diese Schritte werden als Fortschritt gewertet, obwohl X gegen die Strafe klagen will und die US-Regierung die Entscheidung kritisiert.
InhaltNach einer Millionenstrafe wegen Verstößen gegen EU-Regeln hat die Plattform X Änderungen angekündigt. Die EU-Kommission zeigt sich einverstanden mit den Vorschlägen. Die EU-Kommission hat geplante Änderungen der Onlineplattform X von Elon Musks als Reaktion auf eine Millionenstrafe wegen Verstößen gegen EU-Vorschriften vorerst akzeptiert. Die genehmigten Maßnahmen ermöglichten mehr Transparenz in dem sozialen Netzwerk, teilte die Kommission mit. Es sei ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Die US-Firma hatte 120 Millionen Euro Strafe zahlen müssen, unter anderem wegen irreführender Authentifizierung von Nutzerkonten durch Verifizierungshaken. Musk hatte nach seiner Übernahme bei X festgelegt, dass alle zahlenden Abo-Kunden ein Häkchen bekommen, anstatt diese nur an vom Unternehmen verifizierte Nutzer zu geben. Das verstieß laut der EU-Kommission gegen EU-Regeln. Die EU-Kommission warf X zudem vor, der Forschung Daten vorzuenthalten und Werbung nicht transparent zu dokumentieren. X kündigte infolge der Strafzahlung an, dass die Häkchen keiner Verifizierung mehr entsprächen. Stattdessen spricht die Plattform nun von einem Premium-Status. Bei der Bereitstellung der Daten und der Dokumentation von Werbung gab X ebenfalls Änderungen bekannt. Die EU-Kommission zeigte sich zunächst einverstanden. X hat den Angaben nach nun sechs Monate Zeit, die Maßnahmen umzusetzen. Die US-Regierung unter Präsident Donald Trump hatte die Entscheidung der EU-Kommission zu der Strafzahlung auf Grundlage des Gesetzes über digitale Dienste (Digital Services Act - DSA) deutlich kritisiert. Außenminister Marco Rubio sprach auf X von einer "Attacke auf alle amerikanischen Tech-Plattformen und das amerikanische Volk durch ausländische Regierungen". Die EU solle die Meinungsfreiheit unterstützen, anstatt amerikanische Unternehmen "wegen Müll" anzugreifen, forderte US-Vizepräsident JD Vance noch vor der Verkündung der Strafe auf X. Die Onlineplattform kündigte an, vor Gericht Einspruch gegen die Strafe einlegen zu wollen.