Datum15.07.2026 21:53
Quellewww.spiegel.de
TLDRDas US-Verteidigungsministerium führt ab 30 Jahren verpflichtende Testosteron-Tests für Soldaten ein, um deren Leistungsfähigkeit zu sichern. Bei Defiziten wird eine Behandlung empfohlen, jedoch nicht verpflichtend. Verteidigungsminister Hegseth betont die Wichtigkeit des einzelnen Soldaten als entscheidenden Vorteil und strebt die Wiederherstellung sowie Optimierung natürlicher Fähigkeiten an. Alle Soldaten unter 30 können sich freiwillig testen lassen.
InhaltUm die Leistungsfähigkeit von Soldaten sicherzustellen, ordnet das US-Verteidigungsministerium Testosteronuntersuchungen an. Pentagonchef Pete Hegseth legt fest: Bei einem Defizit werde eine Behandlung empfohlen. In den USA sollen Soldaten ab 30 Jahren künftig im Rahmen der jährlichen Gesundheitsuntersuchung auch auf ihren Testosteronwert getestet werden. Das kündigte Verteidigungsminister Pete Hegseth in einem Video auf der Plattform X an. Für Soldaten unter 30 Jahren soll der Test freiwillig sein. Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung. Eine Behandlung bei festgestelltem Testosteronmangel werde empfohlen, verpflichtend sei sie aber nicht. Hegseth begründete die Maßnahme damit, der einzelne Kämpfer sei der wichtigste taktische Vorteil der USA. Es sei eine "heilige Pflicht", diesen Vorteil zu bewahren, sagte er. Mit den Tests solle sichergestellt werden, dass Soldaten "die richtigen Testosteronwerte" hätten, um Bestleistungen zu erbringen. Der Testosteronspiegel sinke mit zunehmendem Alter oft auf natürliche Weise, sagte Hegseth. "Bei dieser Initiative geht es nicht um künstliche Verbesserung, sondern darum, eure natürlichen Fähigkeiten wiederherzustellen und zu optimieren, (…), und sicherzustellen, dass ihr über die biologische Grundlage verfügt, die notwendig ist, um den Kampf durchzuhalten", betonte Hegseth an die Soldaten gerichtet. Der Pentagon-Chef treibt seit seinem Amtsantritt Veränderungen in seinem Ministerium voran, das die US-Regierung inzwischen "Kriegsministerium" nennt. Immer wieder beschwört er einen Kriegerethos im Militär – ebenso wie das Idealbild eines traditionell männlichen Kämpfers. Im vergangenen Jahr kündigte Hegseth etwa neue Fitnessstandards an: Wer die "körperlichen Standards auf männlichem Niveau für Kampfpositionen" nicht erfülle, sich nicht rasiere oder professionell aussehen wolle, für den sei es Zeit für eine neue Position oder einen neuen Beruf. "Pulp Fiction" beim Gottesdienst, mutmaßliche Börsengeschäfte vor Kriegsbeginn, geleakte Militärinterna: US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hat sich schon zahlreiche Skandale geleistet. Den Überblick lesen Sie hier.