Datum15.07.2026 20:21
Quellewww.spiegel.de
TLDREx-FDP-Chef Christian Dürr wird Geschäftsführer des Start-ups GLE360, das im Bereich synthetischer Kraftstoffe (E-Fuels) tätig ist. Das Unternehmen agiert als Plattform zur Vermittlung von internationalen E-Fuel-Lieferanten an europäische Kunden. Dürr, der sich politisch für technologieoffenen Klimaschutz und E-Fuels eingesetzt hat, sieht in der neuen Position eine Fortsetzung seiner politischen Überzeugungen, da er Elektromobilität als alleinige Lösung kritisch sieht und Alternativen wie E-Fuels für wichtig erachtet.
InhaltUnter seiner Führung stürzten die Liberalen noch tiefer in die Krise, dann musste Christian Dürr gehen. Nun aber hat der frühere Parteichef schon wieder einen neuen Job. Sein Geld verdient er künftig mit alternativen Kraftstoffen. Der frühere FDP-Vorsitzende Christian Dürr wechselt in die Wirtschaft. Der Diplom-Ökonom wird zum 1. August Geschäftsführer des Münchner Start-ups GLE360, das den noch jungen Markt für synthetische Kraftstoffe erschließen will, wie Dürr selbst der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" sagte. Die Abkürzung GLE steht für Green Liquid Energy. Dürr war bis Mai Vorsitzender der Freien Demokratischen Partei (FDP). Die im vergangenen Jahr gegründete GLE360 GmbH stellt eine Plattform bereit, um internationale Lieferanten von synthetischen Kraftstoffen (E-Fuels) mit europäischen Kunden zusammenzubringen. Der Niedersachse Dürr hatte sich in der Zeit der Ampelregierung als FDP-Fraktionschef für einen technologieoffenen Klimaschutz eingesetzt. Dabei verteidigt er die alternativen Kraftstoffe auch trotz hartnäckiger Kritik von Expertinnen und Experten. Die FDP machte sich dafür stark, Autos mit Verbrennungsmotor auch nach 2035 noch in der EU neu zuzulassen, wenn sie mit E-Fuels betrieben werden. "Ich freue mich sehr auf die neue Aufgabe. Ein Start-up, das den Markt für E-Fuels voranbringen will, passt genau zu dem, wofür ich mich auch politisch stark gemacht habe", sagte Dürr der Nachrichtenagentur dpa. Sämtliche Autos und Lkw mit Strom zu betreiben, werde technisch und wirtschaftlich nicht funktionieren. "Die Elektromobilität ist eine Option, aber es braucht dringend Alternativen wie E-Fuels." Bezahlbare Energie sei der Schlüssel für einen attraktiven Wirtschaftsstandort und mehr Wettbewerbsfähigkeit. Dürr war in der vergangenen Wahlperiode Vorsitzender der FDP-Fraktion im Bundestag gewesen. Nach dem Ausscheiden der Liberalen aus dem Parlament bei der Bundestagswahl 2025 übernahm er den Parteivorsitz. Im vergangenen Mai trat der 49-Jährige beim Bundesparteitag nicht erneut an, sondern überließ nach einem internen Machtkampf die Führung der Liberalen Wolfgang Kubicki.