Datum15.07.2026 19:24
Quellewww.spiegel.de
TLDREin stellvertretender Schulleiter aus Kiel wurde entlassen, da er seine Machtposition ausnutzte, um eine minderjährige Schülerin in eine sexuelle Beziehung zu verwickeln. Das Gericht stellte fest, dass der 53-Jährige die damals 16-Jährige über ein Jahr lang zu zahlreichen sexuellen Handlungen drängte und ihr schulische Vorteile versprach. Dies wird als schwerer Verstoß gegen das Distanzgebot für Lehrkräfte gewertet. Die Entlassung aus dem Beamtenverhältnis ist die disziplinarrechtliche Höchstmaßnahme und führt zum Verlust von Bezügen und Pensionsansprüchen.
InhaltVersprechungen gegen Sex: Ein stellvertretender Schulleiter aus Kiel hat offenbar seine Machtposition ausgenutzt und eine Minderjährige in eine Beziehung verwickelt. Das hat für ihn nun Konsequenzen. Weil er eine Schülerin zu einer intimen Beziehung drängte, verliert der stellvertretende Schulleiter eines Kieler Gymnasiums seinen Beamtenstatus. Das hat ein Gericht nun entschieden. Die Kammer sah es als erwiesen an, dass der inzwischen 53-Jährige mit der Minderjährigen über ein Jahr lang immer wieder intim wurde, teilte eine Sprecherin des schleswig-holsteinischen Verwaltungsgerichts mit. Laut Gericht kam es zu einer Vielzahl sexueller Handlungen, einschließlich regelmäßigem Geschlechtsverkehr. Zu Beginn der Beziehung war das Mädchen demnach 16 Jahre alt. Nach Gerichtsangaben nutzte der Vize-Schulleiter gezielt seine Machtposition dafür aus, die Schülerin in eine Beziehung zu verwickeln. Er soll ihr Vorteile für ihre schulische Laufbahn versprochen und sie so zu sexuellen Handlungen überredet haben. Dadurch verletzte er dem Gericht zufolge nicht nur seine Amtspflichten, sondern missbrauchte diese "zur Befriedigung eigener Bedürfnisse." Das sei "ein schwerer Verstoß gegen das strikte Distanzgebot für Lehrkräfte". Beamte stehen ihren Dienstherren gegenüber in einem besonderen Rechtsverhältnis, aus dem sogenannte Wohlverhaltenspflichten folgen. Für Lehrkräfte ergibt sich daraus unter anderem das Distanzgebot gegenüber Schülerinnen und Schülern. Die Entlassung eines Beamten ist nur über eine Klage durch den Dienstherrn – das jeweilige Bundesland – möglich. Das Land wird dabei durch das jeweilige Bildungsministerium vertreten. Mit der Entfernung aus dem Beamtenverhältnis geht laut Gericht auch die Streichung der Bezüge und Pensionsansprüche einher. Das Urteil ist die disziplinarrechtliche Höchstmaßnahme. Der Lehrer kann dagegen beim Oberverwaltungsgericht allerdings noch in Berufung gehen. Ob der aus dem Beamtenverhältnis entlassene Mann künftig wieder unterrichten darf, ist derzeit unklar. Diese Entscheidung liege beim Land, erklärte eine Gerichtssprecherin. "Ein Kind sollte bei der Einschulung auf der Sachebene wissen, was Sex bedeutet", sagen Experten. Aber: Kindgerecht über Sexualität zu sprechen, ist eine Herausforderung. Dabei kann Aufklärung gegen sexuelle Gewalt helfen. Lesen Sie hier , was Eltern tun können und was sie besser vermeiden sollten.