Annäherung an AfD: AfD-Debatte: Rossmann verlässt Familienunternehmer-Verband

Datum26.11.2025 11:24

Quellewww.zeit.de

TLDRDie Drogeriemarktkette Rossmann hat den Verband der Familienunternehmer verlassen, nachdem dieser eine Öffnung für Gespräche mit der AfD signalisiert hatte. Rossmann kritisierte die Haltung des Verbandes und betonte, dass ihre Mitgliedschaft nicht mehr vereinbar sei. Der Verband hatte kürzlich seine Einladung an AfD-Vertreter für eine Veranstaltung ausgesprochen, was zu innerverbandlichen Diskussionen und Unstimmigkeiten führte. Der Verband selbst lehnt eine Regierungsbeteiligung der AfD ab, will jedoch einen Diskurs über deren Inhalte führen.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Annäherung an AfD“. Lesen Sie jetzt „AfD-Debatte: Rossmann verlässt Familienunternehmer-Verband“. Nach dessen Öffnung für Gespräche mit der AfD verlässt die Drogeriemarktkette Rossmann den Verband der Familienunternehmer. Das teilte eine Sprecherin auf Nachfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. "Wir unterstützen die Haltung des Verbands „Die Familienunternehmer“ nicht und haben die Mitgliedschaft gekündigt", hieß es in einer Mitteilung. Als Erstes hatte die "Lebensmittelzeitung" berichtet. Der Verband hatte im Oktober zu einem Parlamentarischen Abend in einer Niederlassung der Deutschen Bank in Berlin erstmals auch Vertreter der AfD eingeladen. Präsidentin Marie-Christine Ostermann sagte dem "Handelsblatt", das "Kontaktverbot" zu AfD-Bundestagsabgeordneten sei aufgehoben worden.  Auch der Hausgerätehersteller Vorwerk, der ebenfalls Mitglied ist, äußerte sich zur Debatte. Man nehme die jüngsten Äußerungen des Verbands zur Kenntnis und teile die wirtschaftspolitischen Inhalte. "Allerdings sehen wir einzelne Formulierungen kritisch – insbesondere dort, wo sie Interpretationsspielräume im Umgang mit politischen Rändern eröffnen", hieß es. Die Positionierung von Unternehmen müsse jederzeit im Einklang mit demokratischen Grundwerten stehen. Von dem Verband erwarte man eine "unmissverständliche Kommunikation, die keine Zweifel an der klaren Abgrenzung gegenüber extremistischen Positionen zulässt". Die Oetker Collection KG, die dem Verein ebenfalls angehört, wollte sich auf Nachfrage "zu politischen Themen nicht äußern". Zu dem kleineren Unternehmensteil der Oetker-Familie zählt unter anderem Henkell Freixenet. Der Verband der Familienunternehmer veröffentlichte in dieser Woche eine Stellungnahme. Die Hoffnung, man könne ein Viertel der bundesdeutschen Wähler durch moralische Ausgrenzung zur Umkehr bewegen, sei nicht aufgegangen, sagte Präsidentin Ostermann. "Jetzt hilft nur noch die Auseinandersetzung mit den Inhalten der AfD, jenseits von schlichten Kategorisierungen in gut und böse." Mit Andersdenkenden zu diskutieren, heiße nicht, seine Positionen zu akzeptieren. Zugleich stellte Ostermann klar: "Wir Familienunternehmer wollen keine Regierung mit AfD-Beteiligung." Das Weltbild der AfD passe nicht zur freiheitlichen und marktwirtschaftlichen Grundüberzeugung des Verbands. © dpa-infocom, dpa:251126-930-342662/1