Datum15.07.2026 08:30
Quellewww.spiegel.de
TLDRIn Nordjapan drangen Bären vermehrt in bewohnte Gebiete ein, Nahrung suchend. Eine Familie meldete einen Einbruch in ihre Küche, bei dem der Kühlschrank durchwühlt wurde. Dieser Vorfall in Shizukuishi ist Teil eines Trends, der mit steigender Bärenpopulation und Nahrungsmangel in Wäldern zusammenhängt. Die Behörden ergreifen Maßnahmen, darunter Überwachungskameras und Sicherheitstrainings. Mehrere Todesfälle durch Bären gab es bereits in der Region Tohoku.
InhaltAuf Nahrungssuche stoßen in Japan immer mehr Bären in besiedelte Gebiete vor. Für Menschen kann das gefährlich werden – es gab bereits Tote. Schulen führen spezielle Sicherheitsübungen durch. Eine Familie in Nordjapan hat die Polizei gerufen, nachdem ein Bär den Kühlschrank geöffnet und dann den Inhalt verstreut hatte. Fußspuren deuteten darauf hin, dass das Tier anschließend "durch eine Hintertür neben der Küche wieder hinausgelangt ist", wie ein Beamter am Mittwoch sagte. Anschließend habe das Tier vor dem Haus in einer Tonne mit Lebensmittelabfällen nach Nahrung gesucht. Der Vorfall ereignete sich den Angaben zufolge am Montagabend in Shizukuishi in der Präfektur Iwate. In den vergangenen Tagen hätten dort mindestens vier weitere Haushalte Bäreneinbrüche gemeldet, sagte der Polizeibeamte. In Japan kommen in letzter Zeit immer öfter Bären in besiedelte Gebiete. Seit dem 1. April gab es nach offiziellen Angaben mindestens fünf Todesfälle durch Bärenattacken, alle in der nördlichen Region Tohoku. Die japanischen Medien berichten regelmäßig über Bärensichtungen in Einkaufszentren, Parks und an Schulen. Wegen der zunehmenden Gefahr installieren die Behörden im ganzen Land Hunderte Überwachungskameras. Wie die Deutsche Welle Ende Juni berichtete , sind "Bear Drills" inzwischen auch Teil von Sicherheitsübungen an Schulen. Dabei werden Angriffe durch Bären mit Kostümen nachgestellt, bei der Aufklärung kommen Drohnen zum Einsatz. Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung. In Japan leben zwei Bärenarten: der asiatische Schwarzbär, auch Kragenbär genannt, sowie der größere Braunbär. Fachleute führen die Zunahme der Angriffe auf Menschen auf die schnell wachsende Bärenpopulation und die zunehmende Entvölkerung ländlicher Gebiete in Japan zurück. Im vergangenen Jahr gab es in Japans Wäldern zudem wenige Eicheln, sodass die Bären sich auch in urbanen Gebieten auf Nahrungssuche machten. Die Behörden raten in den betroffenen Regionen unter anderem dazu, nicht allein in die Berge zu gehen, beim Wandern ein Glöckchen am Rucksack zu befestigen und Bären-Abwehrspray mitzunehmen.