Datum15.07.2026 07:04
Quellewww.spiegel.de
TLDRDer Juni war der Monat mit den meisten zivilen Todesopfern in der Ukraine seit April 2022, mit 293 Toten und 1990 Verletzten durch russische Angriffe, hauptsächlich Raketen und Drohnen. Angriffe auf Odessa und im Schwarzen Meer forderten ebenfalls Opfer. Die UN-Mission mahnt einen Anstieg von Angriffen fernab der Front an, die verheerende Folgen in Städten haben.
InhaltMindestens 293 tote Zivilisten und 1990 weitere Verletzte: Die Kremltruppen haben die Ukraine im Vormonat brutal angegriffen, meldet eine Uno-Stelle. Raketen- oder Drohnenangriffe sind für fast die Hälfte der Opfer verantwortlich. Bei russischen Angriffen auf Handelsschiffe vor der Küste der Region Odessa und im Schwarzen Meer sind am Dienstag nach Behördenangaben drei Menschen getötet worden: Die Region Odessa und ihre Hafeninfrastruktur sind seit Beginn des russischen Angriffskriegs 2022 regelmäßig Ziel russischer Angriffe. Die ukrainische Armee hat ihrerseits in jüngster Zeit ihre Angriffe Schiffe im Asowschen Meer verstärkt. Das Seegebiet dient als wichtige Transportroute für den Export russischer Agrarprodukte sowie für die Versorgung der annektierten Krim darstellt. Wie verheerend der Angriffskrieg von Wladimir Putin ist, zeigen neue Zahlen: Im Juni sind in der Ukraine der Uno zufolge mehr Zivilisten bei russischen Angriffen getötet worden als in jedem anderen Monat seit April 2022. Es seien "mindestens 293 Zivilisten getötet und 1990 weitere verletzt" worden, erklärte die Menschenrechtsbeobachtungsmission der Vereinten Nationen in der Ukraine (HRMMU) am Dienstag. Fast die Hälfte der Opfer war demnach auf Attacken mit Raketen oder Drohnen auf ukrainische Städte zurückzuführen. "Nach einem starken Anstieg im Mai erhöhte sich die Zahl der zivilen Opfer weiter", stellte die HRMMU fest. Besonders im Fokus waren demnach die Hauptstadt Kyjiw und Dnipro. Der Trend zu Angriffen fernab der Front spiegele "den zunehmenden Einsatz schlagkräftiger Waffen wider, die bei Verwendung in dicht besiedelten Städten besonders verheerende Folgen haben", erklärte HRMMU-Leiterin Danielle Bell. Viele Tote wurden den Angaben zufolge auch bei Angriffen mit Drohnen entlang der Frontlinie registriert. Dabei starben im Juni demnach 89 Zivilisten, 588 weitere Menschen wurden verletzt. Die Zahl der insgesamt seit Beginn des Ukrainekriegs im Februar 2022 getöteten Zivilisten gibt die HRMMU mit 16.431 an. Wahrscheinlich sei diese Zahl aber zu gering, weil Opferzahlen aus den von Russland eroberten Gebieten vielfach nicht verifiziert werden konnten. Unterdessen meldeten auch die russischen Behörden einen Anstieg der Zahl ziviler Opfer. Demnach wurden in den ersten sechs Monaten des Jahres 250 Zivilisten in Russland durch ukrainische Angriffe getötet – das sind 121 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.