Datum15.07.2026 05:42
Quellewww.spiegel.de
TLDRDer Mossad soll einen filmreifen Plan für einen Regimewechsel im Iran mit Ex-Präsident Ahmadinejad verfolgt haben. Bundeskanzler Merz sieht sich laut Umfragen schlechten Befragungswerten und starker Konkurrenz gegenüber. Die Türkei gedenkt des zehnten Jahrestags des gescheiterten Putschversuchs, der tiefere Spuren hinterließ. Derweil setzen sich Kinder von Brad Pitt von ihrem Vater ab.
InhaltIsraels Geheimdienst soll versucht haben, Mahmoud Ahmadinejad als starken Mann von Teheran zu installieren. Der Kanzler stellt sich den Fragen der Hauptstadtmedien. Die Türkei begeht den zehnten Jahrestag des Putschversuchs. Das ist die Lage am Mittwochmorgen. Heute geht es um einen filmreifen Plan des israelischen Auslandsgeheimdienstes Mossad für einen Regimewechsel in Iran, um die Schwäche des Kanzlers und um den zehnten Jahrestag des Putschversuchs in der Türkei. Stellen Sie sich vor, Sie sind Produzentin bei einem großen Streamingdienst und ein Autor oder eine Autorin bewirbt sich mit folgendem Drehbuch-Plot bei Ihnen: Der Geheimdienst eines westlich orientierten Staates will die Machthaber eines Paria-Staates in seiner Region beseitigen – mithilfe eines ehemaligen Präsidenten dieses unliebsamen Staates, der dann anstelle der aktuellen Machthaber installiert werden soll. Und mit Unterstützung der kampferprobten Miliz einer oppositionellen Minderheit, die auf die Hauptstadt vorrücken soll. Kontakt zu dem ehemaligen Präsidenten des Paria-Staates, der zuvor mit Vernichtungsfantasien gegenüber dem anderen Staat auffiel, baut der Geheimdienst über einen Trick auf: Er bewegt einen befreundeten dritten Staat dazu, einen Universitätsdirektor zu rekrutieren, der seinerseits eine Klimakonferenz nur aus dem Grund organisieren soll, um den ehemaligen Präsidenten einzuladen und damit einen Vorwand für eine Reise in dieses Land zu schaffen. Das Ziel: ein persönliches Treffen des Chefs des Geheimdienstes mit dem ehemaligen Präsidenten. Klingt verrückt, kompliziert, übertrieben, unrealistisch. Würden Sie ablehnen? Für den israelischen Auslandsgeheimdienst Mossad (ein Interview mit einem ehemaligen Agenten lesen Sie hier ) schien ein solcher Plan umsetzbar. Seit 2024 arbeitete er an einem Regimewechsel in Iran – so zeigen es Recherchen der israelischen Tageszeitung "Haaretz" und der "New York Times" (mehr dazu hier ). Ausgerechnet Holocaustleugner und Ex-Präsident Mahmoud Ahmadinejad (mehr über ihn hier) sollte nach der Beseitigung der Machthaber an ihre Stelle treten. Die Klimakonferenz fand an der Ludovica-Uni in Budapest statt. Viele hochrangige Verantwortliche in Israel und den USA zeigten sich laut der Recherche skeptisch, ob der Regimewechsel gelingen könnte – darunter US-Vize JD Vance, Außenminister Marco Rubio ("Bullshit"), CIA-Direktor John Ratcliffe ("Farce"). Auf israelischer Seite warnten der Nationale Sicherheitsberater, der Generalstabschef, der Militärgeheimdienst. Doch Premier Benjamin Netanyahu soll fest an den Plan geglaubt haben – und schaffte es offenbar zunächst auch, US-Präsident Donald Trump dafür zu gewinnen. Doch der Plan scheiterte, wie wir heute wissen. Der Konflikt zwischen den Partnern USA und Israel sowie Iran steckt in einer Sackgasse. Trump hat keine Exitstrategie für einen Krieg, den er planlos begonnen hat. Die gegenseitigen Angriffe werden derzeit wieder heftiger, die Golfstaaten sind in Aufruhr und einer der wichtigsten Seewege der Welt, die Straße von Hormus, ist so unsicher wie wohl niemals zuvor. Die zwei Staaten mit den mächtigsten Armeen und Geheimdiensten scheitern gerade an einem brutalen, verkrusteten, aber zähen System. Bundeskanzler Friedrich Merz hat derzeit nicht viel zu lachen. Bei einer Umfrage für den ARD-Deutschlandtrend sagten zuletzt nur noch 13 Prozent, dass sie mit seiner Arbeit zufrieden seien. Ein Satz, der sogar einer hart gesottenen sauerländischen Seele wehtun dürfte: "In fast 30 Jahren Geschichte des Deutschlandtrend wurde kein amtierender Kanzler schwächer bewertet", heißt es in dem ARD-Bericht. Zudem liegt die AfD laut der Erhebung fünf Prozentpunkte vor der Union – trotz aller Härte in der Migrationspolitik (mehr dazu hier ). Trotz Reformpaket (mehr dazu hier ), das wieder so etwas wie Handlungsfähigkeit der Regierung zeigen soll. Dass es zustande kam, war offenbar nicht allein der Führungsstärke von Friedrich Merz zu verdanken. Mein Kollege Konstantin von Hammerstein zeichnete zuletzt in einem Porträt nach, wie es derzeit um die Autorität des Bundeskanzlers bestellt ist und sprach dafür mit vielen Unionspolitikern. Demnach hätten sich "die Machtachsen schleichend verschoben, von Kanzler und Kanzleramt Richtung Fraktion", zu zwei Männern: Jens Spahn, Fraktionschef der Union, und CSU-Innenminister Alexander Dobrindt (mehr dazu hier ). Da kommt ein Termin wie die traditionsreiche Sommerpressekonferenz heute genau richtig. In der Bundespressekonferenz wird sich der Kanzler 90 Minuten lang den Fragen stellen. Laut meinem Kollegen Christian Teevs, der für uns die Union beobachtet, dürfte sich Merz in seinem Eingangsstatement auf seine Rolle in der internationalen Politik konzentrieren und seine Stärke als "Außenkanzler" betonen. Gerade kommt er von einem Treffen der "Koalition der Willigen" aus Paris zurück. Ob die Kolleginnen und Kollegen ihm das durchgehen lassen, darf bezweifelt werden. Dennoch: Die Veranstaltung soll zu den launigeren im politischen Berlin gehören. Ob das dieses Jahr auch so ist, wird sich zeigen. Die Etikette ist schon mal streng: "Volontäre/Praktikanten/Hospitanten können nicht teilnehmen", hieß es vorab. Rechtsruck, soziale Ungleichheit, Fake News – exklusiv für unsere Abonnentinnen und Abonnenten gibt es heute einen besonderen Livestream: Im SPIEGEL Deep Dive diskutieren die Historikerin Hedwig Richter und Chefredakteur Dirk Kurbjuweit mit Ihnen, was unsere Demokratie unter Druck setzt – und beantworten Ihre Fragen auf SPIEGEL.de. Anmelden können Sie sich hier, die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr. Es gibt diese historischen Daten und Ereignisse, die einen nie vergessen lassen, wo man gerade war – was man gerade tat. Der 11. September 2001 ist sicher ein solches Datum – die Terroranschläge auf die USA. Ebenso die Atomkatastrophe von Fukushima vom 11. März 2011, der Arabische Frühling, der für viele mit der Selbstverbrennung des tunesischen Gemüsehändlers Mohamed Bouazizi am 17. Dezember 2010 begann. Es kamen zuletzt weitere Weltereignisse hinzu: der 7. Oktober 2023 – der Terrorangriff der Hamas und anderer auf Israel, der einen Krieg Israels in Gaza nach sich zog. Der Ukrainekrieg, 24. Februar 2022. Der Irankrieg, 28. Februar 2026. Auch der Putschversuch in der Türkei, der sich heute zum zehnten Mal jährt, ist ein solches Datum. Ich weiß noch genau, wo ich war, was ich tat, als ich davon erfuhr: Ich stieg am Abend in einen ICE von Hamburg nach Berlin, scrollte zur Ablenkung auf dem Telefon – damals noch durch Facebook, lang ist es her. Erste Hinweise auf über Istanbul kreisende Hubschrauber und die Sperrung der Bosporusbrücken ließen putscherfahrene Türkinnen und Türken (es gab seit Republikgründung drei "erfolgreiche" und einen "kalten") Schlimmstes erahnen. Es folgten hektische Telefonate und SMS die ganze Nacht mit Kollegen und Freunden. 250 Menschen starben in jener Nacht vom 15. auf den 16. Juli, rund 2000 wurden verletzt, als Teile des Militärs versuchten, Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan und die gewählte türkische Regierung gewaltsam zu stürzen. Menschen stellten sich vor Panzer, die durch Istanbul rollten, wurden von Militärs beschossen. Die Putschisten scheiterten. Die türkische Regierung machte den damals in den USA lebenden Prediger Fethullah Gülen und sein Netzwerk für den Umsturzversuch verantwortlich. Vor allem aus Sicht der Anhänger von Präsident Erdoğan wurde an diesem Tag die türkische Demokratie gerettet. Für seine Gegner bekam sie nur weitere tiefe Wunden. Auch aus dem Ausland gab es viel Kritik daran, dass nicht nur Schuldige bestraft wurden. Noch nicht wissend, dass der Putsch bereits am nächsten Morgen vereitelt sein würde, fragte ich mich in dieser Nacht, was das wohl am nächsten Tag für eine Türkei sein würde. Heute ist die Türkei ein Land, in dem wieder verstärkt gegen die Opposition vorgegangen (mehr dazu hier ) und massenweise verhaftet wird (mehr dazu hier ). In dem der aussichtsreichste Kandidat der Opposition im Gefängnis sitzt. Ein Land, dessen autokratischer Staatschef in einer sich verändernden Welt ein gern gesehener Partner ist und kaum Kritik aus dem Ausland hört. Das erste Halbfinale ist gespielt. Spanien degradiert die zuvor überragenden Franzosen zu Nebendarstellern, Lamine Yamal lässt Worten Taten folgen. Kylian Mbappé muss erstmals ins Spiel um Platz drei. Und ein Elfmeter sorgte für Gesprächsstoff . Noch mehr Rätsel wie Viererkette, Wordle und Paarsuche finden Sie bei SPIEGEL Games. …ist Brad Pitt – nach Angelina Jolie reichen nun auch seine Kinder gewissermaßen die Scheidung ein: Nachdem bereits Tochter Shiloh 2024 ihren Doppelnamen von "Jolie-Pitt" auf "Jolie" reduziert hatte, ziehen nun ihre Geschwister Maddox und Zahara nach. Auch sie wollen nicht mehr den Nachnahmen ihres Vaters tragen. Ihren Wunsch hätten die beiden kürzlich in der Zeitung "Los Angeles Daily Journal" veröffentlicht, wie es das Gesetz vorsehe, so berichtet es das Magazin "People". Darin heißt es, eine Quelle aus Pitts Umfeld habe dem Medium mitgeteilt, die Namensänderung sei das Ergebnis einer "Entfremdungskampagne der Kinder von ihrem Elternteil". Jolie erhob einst schwere Vorwürfe gegen ihren Ex-Mann, es ging unter anderem um Gewaltausbrüche. Pitt und Jolie sind seit 2019 geschieden. Fitnessstudio, Theater oder Tennis? Wofür geben Sie in der Freizeit regelmäßig Geld aus? Wir haben für Sie nachgerechnet, wie teuer das ist. Und wie viel reicher Sie ohne das Vergnügen wären . Ich wünsche Ihnen einen guten Start in den Tag. Ihre Özlem Topçu, Leiterin des SPIEGEL-Auslandsressorts