Iran-Krieg: US-Präsident Donald Trump droht Iran erneut mit Angriffen auf zivile Infrastruktur

Datum15.07.2026 04:55

Quellewww.spiegel.de

TLDRUS-Präsident Trump droht Iran erneut mit Angriffen auf zivile Infrastruktur wie Kraftwerke und Brücken, falls Teheran nicht verhandlungsbereit ist. Dies folgt auf vorausgegangene Drohungen und aktuelle US-Militäraktionen, die iranische Angriffe auf Handelsschiffe in der Straße von Hormus verhindern sollen. Iran gibt sich unbeeindruckt und meldet eigene Angriffe auf US-Einrichtungen. Trotz eskalierender Gewalt und stockender Verhandlungen hoffen Experten auf fortgesetzte diplomatische Bemühungen.

InhaltDie Lage im Irankrieg ist festgefahren, da deutet Donald Trump wieder einmal potenzielle Kriegsverbrechen an. "Kraftwerke und Brücken" in Iran könnten sehr bald Ziel werden. Teheran gibt sich unbeeindruckt. Auch in dieser Nacht hat es gegenseitige Attacken in Nahost gegeben. Zugleich verschärfte US-Präsident Donald Trump den Ton noch einmal und drohte Iran mit Angriffen auf die zivile Infrastruktur des Landes. In der kommenden Woche würden alle Kraftwerke und Brücken zerstört, "es sei denn, sie kommen an den Verhandlungstisch und verhandeln", sagte er in einem Interview des US-Senders Fox News. Trump kündigte heftige Angriffe für diese Nacht und die Folgenächte an. Die Attacken würden weitergehen, "bis ich sage, dass es genug ist". Der 80-Jährige hatte Iran bereits im April mit der Zerstörung aller Brücken und Kraftwerke binnen weniger Stunden gedroht, seine Drohung dann aber nicht wahr gemacht. Damals wollte der Präsident Teheran dazu bewegen, die für den globalen Handel mit Öl und Flüssiggas wichtige Straße von Hormus zu öffnen. Den Vorwurf der Anstiftung zu Kriegsverbrechen wies er damals zurück. Schließlich, so Trump, gehe man im Krieg gegen Iran gegen "Tiere" vor (mehr dazu hier). Das US-Militär begann am Dienstag nach eigenen Angaben seine nächste Welle von Angriffen auf Iran und nahm auch die Seeblockade iranischer Häfen und Küstengebiete wieder auf. Mit den neuen Angriffen sollen laut US-Angaben iranische Attacken auf Handelsschiffe in der Straße von Hormus verhindert werden (mehr hier). Das für die Region zuständige US-Regionalkommando Centcom wirft Iran vor, in der zurückliegenden Woche sieben Handelsschiffe angegriffen zu haben. Knapp ein Dutzend Crewmitglieder seien getötet, verletzt oder vermisst gemeldet worden. In der Nacht erklärten die iranischen Revolutionswächter, man habe eine US-Einrichtung in Kuwait "in Brand gesetzt und zerstört". Die Straße von Hormus, so hieß es aus Teheran weiter, bleibe im Übrigen geschlossen. Darüber hinaus würden möglicherweise auch andere Öl- und Gasrouten schon bald dicht gemacht. Ins Detail gingen die Revolutionswächter nicht. Trump hatte die seit April geltende – aber ohnehin etliche Male gebrochene – Waffenruhe mit Iran vergangene Woche für beendet erklärt und danach weitere harte Angriffe auf die Islamische Republik angekündigt. Die USA und Israel hatten den Krieg am 28. Februar gemeinsam begonnen. Mitte Juni einigten sich Washington und Teheran dann im Bemühen um ein Kriegsende auf ein Rahmenabkommen, das Ausgangspunkt für vertiefte Verhandlungen sein sollte. Die Gespräche gerieten jedoch schon vor den jüngsten Angriffen ins Stocken. Luftangriffe jede Nacht: Zwischen den USA und Iran eskaliert die Gewalt. Trotzdem glaubt der Iranexperte Ali Vaez, dass die Verhandlungen weitergehen. Ein neuer Krieg würde härter geführt werden als zuvor. Mehr dazu im Interview hier .