Gewerkschaften: IG Metall fordert Neuausrichtung in Autobranche

Datum15.07.2026 04:30

Quellewww.zeit.de

TLDRDie IG Metall sieht Deutschland als wettbewerbsfähigen Standort für die Automobilindustrie, trotz aktueller Krisen. Bezirks-Chef Daniel Friedrich betont, dass Qualität und Produktivität höhere Lohnkosten ausgleichen können. Er fordert eine strukturelle Neuausrichtung der Branche, da frühere Margen nicht mehr erzielbar sind. Friedrich kritisiert reine Sparprogramme und Standortschließungen als falsche Antworten auf die Herausforderungen der Zukunft. Die Gewerkschaft will den Wandel gemeinsam mit den Beschäftigten gestalten, um Arbeitsplätze langfristig zu sichern und die Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Gewerkschaften“. Lesen Sie jetzt „IG Metall fordert Neuausrichtung in Autobranche“. Trotz der Krise in der Automobilindustrie hält die IG Metall Küste Deutschland als Standort weiterhin für wettbewerbsfähig. "Mit Qualität und Produktivität können wir die höheren Lohnkosten wettmachen", sagte Bezirks-Chef Daniel Friedrich der Deutschen Presse-Agentur.  "Wir haben Probleme in der Automobilindustrie, die darf man auch nicht wegdiskutieren", räumte er mit Blick auf Volkswagen und andere Unternehmen ein. Die Zeiten, in denen man teuer nach Asien verkaufen und die Zulieferung günstig gestalten könne, seien vorbei. Deshalb brauche es eine strukturelle Neuausrichtung.  Friedrich ist als Chef der IG Metall Küste auch für die Autobaustandorte in Hamburg, Bremen und Emden zuständig. In den Werken von Volkswagen und Mercedes-Benz arbeiten dort zusammen mehr als 20.000 Beschäftigte. Reine Sparprogramme reichten nicht aus, um der Strukturkrise zu begegnen. "Standortschließungen und Tarifvertrag infrage stellen ist keine Antwort auf die Frage: Wie bauen wir gemeinsam eigentlich das Auto der Zukunft?", sagte Friedrich. "Ich glaube nicht, dass wir jetzt da einen Haken dransetzen können und sagen 'ist jetzt leider vorbei'." Mit Blick auf Norddeutschland warnte die Gewerkschaft vor erheblichen Folgen für die Beschäftigten. In Regionen wie Emden oder Bremen sorgten anhaltende Diskussionen über die Zukunft der Werke bereits für große Unsicherheit. Auch die Zulieferbetriebe gerieten dadurch unter Druck  Um Arbeitsplätze langfristig zu sichern, müsse die Industrie ihre Wettbewerbsfähigkeit weiter verbessern, sagte Friedrich. Dazu gehörten effizientere Produktionsprozesse und der Abbau von Doppelstrukturen in den Konzernen. Ziel müsse es sein, den Wandel gemeinsam mit den Beschäftigten zu gestalten. © dpa-infocom, dpa:260715-930-386153/1