Datum15.07.2026 00:48
Quellewww.spiegel.de
TLDRZwei russische Kosmonauten und ein US-Astronaut sind erfolgreich zur ISS gestartet. Trotz politischer Spannungen und US-Sanktionen gegen Russland wird die Kooperation im All fortgesetzt. Die Ankunft des Trios erhöht die Besatzungszahl auf der ISS auf zehn. Nasa und Roskosmos vereinbarten die Fortsetzung ihrer Zusammenarbeit bis 2030, einschließlich des Austauschs von Besatzungen. Die ISS, ein multinationales Projekt, verzeichnete zuletzt Probleme.
InhaltAuf der Erde verhängen die USA Sanktionen gegen Russland – im All kooperieren beide Länder. Ein Sojus-Raumschiff hat ein gemischtes Trio zur ISS gebracht, darunter ein Mann mit ukrainischen Wurzeln. Trotz der Spannungen aufgrund des russisch-ukrainischen Krieges sind zwei russische Kosmonauten mit einem US-Astronauten an Bord eines russischen Raumschiffs zur Internationalen Raumstation ISS geflogen. "Heute um 20.52 Uhr Moskauer Zeit (19.52 Uhr MESZ) hat die Sojus MS-29 an dem Modul 'Pritschal' der ISS angedockt", teilte die staatliche russische Raumfahrtbehörde Roskosmos bei Telegram mit. Vom Start vom Raumfahrtbahnhof Baikonur im zentralasiatischen Kasachstan bis zum Andocken vergingen demzufolge etwa drei Stunden. Zur Besatzung der 75. Mission gehören die Russen Pjotr Dubrow und Anna Kikina sowie der US-Amerikaner Anil Menon. Menons Mutter hat ukrainische Wurzeln. Die Zahl der Raumfahrer auf der ISS steigt mit der Ankunft des Trios auf zehn. Auf der Raumstation sind bereits die US-Astronauten Jessica Meir, Jack Hathaway, Chris Williams, die Französin Sophie Adenot und die drei Russen Sergej Kud-Swertschkow, Sergej Mikajew und Andrej Fedjajew von der vorhergehenden 74. Mission vom Februar. Zum Missionsstart reiste der Leiter der US-amerikanischen Raumfahrtbehörde Nasa, Jared Isaacman, nach Baikonur. Gemeinsam mit dem Roskosmos-Generaldirektor, Dmitrij Bakanow, beobachtete er den Raketenstart. Damit verfolgte zum ersten Mal seit acht Jahren ein Nasa-Chef vor Ort in Baikonur den Start einer gemeinsamen Weltraummission mit Russland. Bei Gesprächen zwischen Bakanow und Isaacman wurde der russischen Nachrichtenagentur Tass zufolge eine Verlängerung der Zusammenarbeit bei der ISS bis 2030 vereinbart. Bakanow kündigte demnach auch eine Fortsetzung der wechselseitigen Flüge zur ISS bis zu deren Betriebsende an. Auf der Nasa-Webseite sind dabei bereits Pläne für Missionen bis ins Jahr 2032 aufgeführt. Russland plant allerdings früheren Verlautbarungen von Bakanow zufolge ab 2028 den Baubeginn einer neuen eigenen Raumstation, die Mitte der 2030er Jahre ihren Betrieb aufnehmen könnte. Die ISS ist ein gemeinsames Projekt von Nasa, Roskosmos, der europäischen Raumfahrtagentur Esa und den Raumfahrtbehörden Kanadas und Japans. Sie wird seit 1998 betrieben und ist damit die bisher langlebigste Raumstation. Seit 2000 fliegen regelmäßig Langfristmissionen zur ISS. Mittlerweile macht die reparaturbedürftige Station immer mal wieder Probleme – zuletzt war es ein Leck . Seit der russischen Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim von 2014 und dem Einmarsch in die Ukraine von 2022 ist die Zusammenarbeit zwischen Russland und den anderen Teilnehmerstaaten erschwert.