Russland-Sanktionen: USA könnten Energieimporte aus China und Indien schonen

Datum14.07.2026 23:25

Quellewww.spiegel.de

TLDRDie USA planen neue Sanktionen gegen Russland, die überarbeitete Fassung mildert Strafzölle auf Energieimporte für Hauptabnehmer wie China und Indien. Diese können nun maximal 100 Prozent betragen, statt wie ursprünglich 500. Es gibt Ausnahmen für Staaten, die ihre Abhängigkeit von russischer Energie reduzieren. Präsident Trump erhält zudem die Befugnis, Sanktionen im nationalen Interesse auszusetzen.

InhaltDie USA setzten auf neue Sanktionen gegen Moskau – könnten dabei aber China und Indien als Energieimporteure schonen. Ein überarbeiteter Gesetzentwurf reduziert die angedrohten Strafzölle deutlich. Eine parteiübergreifende Gruppe von US-Senatorinnen und -Senatoren hat eine überarbeitete Fassung eines Sanktionsgesetzes gegen Russland vorgestellt. Der Entwurf sieht neue Strafmaßnahmen gegen russische Funktionäre vor und soll zugleich den Druck auf Staaten erhöhen, die weiterhin russisches Öl und Erdgas kaufen. Im Vergleich zur ursprünglichen Version wurden die geplanten Strafzölle jedoch deutlich abgeschwächt. Der Gesetzentwurf war maßgeblich vom inzwischen verstorbenen republikanischen Senator Lindsey Graham vorangetrieben worden. Graham hatte kurz vor seinem Tod erklärt, er habe sich mit US-Präsident Donald Trump auf das weitere Vorgehen verständigt. Die Initiative war bereits vor mehr als einem Jahr erstmals eingebracht worden. Nach Angaben aus dem Senat wird der Entwurf von 26 Senatorinnen und Senatoren aus beiden Parteien unterstützt. Weitere Mitunterzeichner werden erwartet. Mitarbeitende des Senats äußerten sich zuversichtlich, dass das Gesetz gute Chancen auf eine Verabschiedung habe. Eine zentrale Änderung betrifft die vorgesehenen Strafzölle gegen Länder, die russische Energie importieren. Während die ursprüngliche Fassung pauschale Zölle von bis zu 500 Prozent vorsah, begrenzt der neue Entwurf den Höchstsatz auf 100 Prozent – und zwar nur für die fünf größten Abnehmer russisches Öls und Erdgases. Zu den größten Käufern russischen Rohöls zählen nach Angaben des US-Senats China, Indien, die Slowakei, Ungarn und Aserbaidschan. Bei den Importen von russischem Erdgas gehören China, Frankreich, Japan, Ungarn und Belgien zu den wichtigsten Abnehmern. Die Neufassung des Gesetzes enthält zudem auch eine Ausnahmeregelung: Staaten, die weniger als 15 Prozent der russischen Erdgasexporte abnehmen und nachweislich ihre Abhängigkeit von russischer Energie verringern, könnten von den Strafmaßnahmen ausgenommen werden. Nach Angaben von Senatsmitarbeitern kämen dafür unter anderem Japan, Frankreich und Ungarn infrage. Neu aufgenommen wurde außerdem eine Klausel, die Präsident Trump erlaubt, die Sanktionen auszusetzen, sofern er dies im Interesse der nationalen Sicherheit der Vereinigten Staaten für erforderlich hält.