Venezuela: Venezuelas Interimsregierung kündigt Gespräche mit Opposition an

Datum14.07.2026 20:06

Quellewww.zeit.de

TLDRVenezuelas Übergangsregierung hat formelle Gespräche mit Teilen der Opposition angekündigt, um die Demokratie zu stärken und die Folgen der Erdbebenkatastrophe zu bewältigen. Eine Arbeitsgruppe mit Abgeordneten der Nationalversammlung von 2015-2020 soll gebildet werden, welche von der Opposition kontrolliert und von den USA als rechtmäßig anerkannt wird. Ziel ist die Wiederherstellung der Demokratie. Dieses Vorgehen erfolgt auch angesichts der kürzlich gescheiterten US-gestützten Militäraktion gegen Präsident Maduro.

InhaltAuch unter dem Eindruck der Erdbebenkatastrophe will sich die venezolanische Übergangsregierung Teilen der Opposition annähern. Bald soll es formale Gespräche geben. Gut sechs Monate nach der Entmachtung von Venezuelas Präsident Nicolás Maduro durch die USA will die Interimsregierung des südamerikanischen Landes bald formale Gespräche mit Teilen der Opposition aufnehmen. Parlamentspräsident Jorge Rodríguez kündigte in den sozialen Medien an, mit früheren Mitgliedern der Nationalversammlung zum 1. August eine Arbeitsgruppe zu bilden. Sie solle Abgeordnete aus der Zeit von 2015 bis 2020 umfassen. Die Nationalversammlung von 2015 bis 2020 wurde von der heutigen Opposition kontrolliert. Die US-Regierung erkennt das damalige Parlament als rechtmäßige Legislative Venezuelas an. Rodríguez verwies auf das Ziel, die "Demokratie zu stärken." Zudem warb er mit Blick auf die Erdbebenkatastrophe von Ende Juni mit mehr als 4300 Toten um Geschlossenheit. "Nur durch Einheit können wir mit dem Wiederaufbau und der Wahrung des Friedens vorankommen", sagte er. Die Oppositionspolitikerin Dinorah Figuera schrieb im Onlinedienst X, Ziel müsse es sein, "die grundlegenden Themen anzugehen, um den Weg zur Wiederherstellung der Demokratie in Venezuela zu ebnen". Die frühere Abgeordnete war im Juni aus einem mehrjährigen Exil nach Caracas zurückgekehrt. Dort führte sie unter Vermittlung der USA Gespräche mit Parlamentspräsident Rodríguez und Oppositionsvertretern über einen Demokratisierungsprozess. Im Januar war Venezuelas linksnationalistischer Präsident Maduro bei einem US-Militäreinsatz in der Hauptstadt Caracas gefangen genommen und in die USA gebracht worden. Er sitzt in New York in Haft, wo ihm wegen "Drogenterrorismus" der Prozess gemacht werden soll. Seine ehemalige Stellvertreterin Delcy Rodríguez, die Schwester von Jorge Rodríguez, wurde zur Übergangspräsidentin ernannt. US-Präsident Donald Trump hatte nach Maduros Sturz gesagt, Venezuela stehe nun unter der Kontrolle der USA.