Datum14.07.2026 18:57
Quellewww.zeit.de
TLDRÄrzte in Berlin und Brandenburg warnen vor negativen Folgen der Gesundheitsreform. Laut Kassenärztlicher Vereinigung führ das Sparpaket zu Einschnitten für Patienten, längeren Wartezeiten und weniger Vorsorgeleistungen. Praxen drohen finanziell unter Druck zu geraten. Zahlreiche Leistungen könnten nur noch für Selbstzahler verfügbar sein. Besonders Ältere und Chronisch Kranke seien von den befürchteten Einschnitten betroffen, da die wohnortnahe Versorgung abnehme. Die Reform soll Krankenkassen entlasten, um Beitragserhöhungen zu vermeiden.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Gesundheitsreform“. Lesen Sie jetzt „Ärzte in Berlin und Brandenburg: Reform hat negative Folgen“. Die Kassenärzte in Berlin und Brandenburg rechnen wegen des Sparpakets für die gesetzliche Krankenversicherung mit deutlichen Einschnitten für Patientinnen und Patienten. "Die Folgen dieses Gesetzes werden auch für Sie im Alltag spürbar sein", warnte die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Berlin in einem offenen Brief an die Berliner. Vielen Ärztinnen und Ärzten, Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten fehlten durch das neue Gesetz die finanziellen Mittel, um ihre Praxen am Leben zu halten. Nach Einschätzung der Kassenärzte werden die Wartezeiten auf Termine länger, der Weg zur nächsten Haus- oder Facharztpraxis wird weiter. Zudem würden weniger Vorsorgeuntersuchungen oder Impfungen angeboten und selbstverständliche Leistungen würden künftig zunehmend nur noch für Selbstzahler zu haben sein. Auch für Brandenburg werden Einschnitte befürchtet. "Am Ende zahlen das nicht die Praxen allein, sondern die Patientinnen und Patienten mit weniger Terminen und längeren Wegen", sagte die Vorstandschefin der KV Brandenburg, Catrin Steiniger. "Besonders ältere und chronisch kranke Menschen, die auf wohnortnahe Versorgung angewiesen sind, werden das zuerst spüren." Der Bundesrat hatte den Weg für das vom Bundestag beschlossene Sparpaket freigemacht. Es soll die gesetzlichen Krankenkassen 2027 von stark steigenden Ausgaben entlasten, um neue Beitragserhöhungen zu verhindern. Vorgesehen sind Ausgabenbremsen bei Praxen, Kliniken, Apotheken und Pharmabranche, aber auch höhere Zuzahlungen für Medikamente und Einschränkungen der kostenlosen Mitversicherung von Ehepartnern. Das Gesetz entzieht der ambulanten Versorgung in Berlin nach Einschätzung der KV rund 130 Millionen Euro im Jahr. Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) hält das Sparpaket dagegen für notwendig. Niemand könne weiter steigende Beiträge wollen, weder Versicherte noch Arbeitgeber, hatte sie gesagt. © dpa-infocom, dpa:260714-930-385025/1