Meinung: News des Tages: Trumps Börsendeals, Mossad-Plan für Regimewechsel in Iran, Karin Priens Unterhaltskürzungen

Datum14.07.2026 18:04

Quellewww.spiegel.de

TLDRDer Artikel behandelt drei Hauptthemen: Donald Trumps massenhafte Börsengeschäfte während seiner Präsidentschaft, den angeblichen Mossad-Plan zur Herbeiführung eines Regimewechsels im Iran durch den Einbau Mahmoud Ahmadinedschads als gemäßigteren Nachfolger, und die geplante Kürzung des staatlichen Unterhaltsvorschusses für Kinder auf 16 Jahre in Deutschland, was Alleinerziehende und Kinder benachteiligt.

InhaltEine Vermögensanalyse gibt Aufschluss über massenhafte Börsenspekulationen des US-Präsidenten. Berichte über Israels irrwitzigen Iranplan. Und: Zoff um den Unterhaltsvorschuss. Das ist die Lage am Dienstagabend. Die drei Fragezeichen heute: Mehr als 21.000 Börsendeals in einem einzigen Jahr, alle auf den Namen Donald Trump. Meine Kollegen Udo Trichtl und Patrick Stotz haben die 900-seitige Vermögenserklärung des US-Präsidenten geprüft. Ihr Ergebnis: Trumps Broker kauften in seinem Namen massiv Aktien, darunter Big-Tech-Konzerne wie Microsoft und Nvidia, aber auch Rüstungsunternehmen (lesen Sie hier mehr ). Sie zeichnen Auffälligkeiten nach: Am 8. April 2025, also mitten im Kurssturz nach Trumps "Liberation Day", erwarben seine Vermögensverwalter 327 Aktien an einem einzigen Tag. Einen Tag später rief Trump öffentlich zum Kaufen auf und setzte die Zölle vorübergehend aus. Das Timing wirkt zumindest verdächtig, Belege für einen kausalen Zusammenhang gibt es nicht. Trump beteuert stets, keinen Einfluss auf seine Broker zu nehmen. Udo sagt dennoch: "Vor unser aller Augen verwandelt Donald Trump die US-Präsidentschaft zum lukrativsten Geschäftsmodell seines Lebens. Und dabei sind Aktien eher Beilage als Hauptgang." Trumps Vorgänger, Barack Obama und Joe Biden, hätten überhaupt keine Einzelaktien gehalten, um jeden Anschein eines Interessenkonflikts zu vermeiden, sagte mir Udo außerdem. Die Geschichte, die unser Nahost-Korrespondent Thore Schröder aufgeschrieben hat, klingt ziemlich irre: Es geht um Recherchen der großen israelischen Zeitung "Haaretz" und der "New York Times" zu angeblichen geheimen Plänen von Israels Premierminister Benjamin Netanyahu und dem Auslandsgeheimdienst Mossad. In der Operation "Gestiefelter Kater", so die anonymen Quellen der Zeitungen, soll Israel versucht haben, einen Regimewechsel beim Erzfeind Iran einzufädeln (hier mehr dazu ). Offenbar nahmen die Pläne nach dem Tod des iranischen Staatspräsidenten Ebrahim Raisi im Mai 2024 Gestalt an, auch wenn es viele Bedenken gab. Ausgerechnet Mahmoud Ahmadinejad – einst erbitterter Israelfeind – sollte demnach als gemäßigter Nachfolger aufgebaut werden. Ahmadinejad war von 2005 bis 2013 Präsident Irans. Er galt lange als einer der gefährlichsten Hardliner in seinem Land. Bekannt war er für seine scharfe, antiisraelische Rhetorik und blanken Antisemitismus. Regelmäßig stieß er wüste Vernichtungsdrohungen gegen Israel aus, leugnete den Holocaust. Doch nach seiner Amtszeit soll es eine Wandlung gegeben haben, die auch Israel nicht verborgen geblieben sei. Der Ex-Präsident soll zunehmend regimekritisch aufgetreten sein. "Die jüngsten Enthüllungen zum gescheiterten Mossad-Plan zeigen vor allem, wie frühzeitig wichtige Personen im israelischen Sicherheitsapparat Zweifel am Regimewechsel in Teheran hatten – und wie wenig diese trotzdem dagegen unternahmen", sagt Thore. Dies offenbare, mit welcher Allmacht Premier Netanyahu nach dem 7. Oktober sein Land "von einem Krieg in den anderen führte, weil es kein wirksames Korrektiv mehr gab". Deutschland klagt zwar gern darüber, dass hierzulande zu wenige Kinder geboren werden. Gespart werden muss nach dem Willen der Regierung aber auch dort, bei den Familien. Familienministerin Karin Prien von der CDU verteidigt nun eine umstrittene Maßnahme gegen Kritik. Es geht um die geplanten Einsparungen beim staatlichen Unterhaltsvorschuss. (Mehr dazu lesen Sie hier.) Prien will den Vorschuss nur noch bis zum 16. Geburtstag des Kindes gewähren, bislang gibt es bis 18 Jahre Geld (hier mehr dazu). Alleinerziehende Elternteile können einen Unterhaltsvorschuss beantragen, wenn der andere Elternteil (oft die Väter) nicht oder nur sehr wenig Unterhalt zahlt. Theoretisch streckt der Staat das Geld nur vor und kann es sich dann vom säumigen Elternteil zurückholen. Die Praxis sieht aber so aus, dass das selten gelingt. Die Länder, so die Ministerin, müssten eben mehr unternehmen, um das Geld wieder einzutreiben. Meine Kollegin Milena Hassenkamp kritisiert diese Aussage in ihrem Leitartikel: Ideen wie der von Prien nun thematisierte Führerscheinentzug seien weitgehend wirkungslos und realitätsfern (hier mehr ). "Je länger Bundesfrauenministerin Karin Prien im Amt ist, desto schlechter scheinen die Bedingungen für Frauen in Deutschland zu werden", schreibt Milena. Im Ergebnis stünden vor allem Alleinerziehende und Kinder schlechter da. "Damit das nicht so auffällt, versucht sie die Debatte auf die Drückeberger zu lenken, bei denen nun härter durchgegriffen werden soll." KI kann älteren Menschen im Alltag helfen. Der Einstieg ist für viele Seniorinnen und Senioren aber oft schwierig. Wie anfangen? Mein Kollege Markus Böhm hat tolle und vor allem konkrete Tipps zusammengetragen, wie es klappen kann. Seine Ideen sollen sich dabei möglichst wenig nach Pflichtübung anfühlen, sondern echte Ergebnisse bringen. Markus erzählte mir, er habe die Tipps ausnahmsweise auch in seiner WhatsApp-Familiengruppe geteilt. Seine Tante habe sich verhalten positiv geäußert: "Danke, werde versuchen, das zu studieren." Notfallzahnarzt fürs All: Der deutsche Esa-Astronaut Matthias Maurer, 56, hat im Rahmen seiner Ausbildung echten Patienten Zähne gezogen. Das berichtete Maurer laut Nachrichtenagentur dpa am Rande eines Besuchs mit Raumfahrtministerin Dorothee Bär (CSU) beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Köln. Jeder Esa-Astronaut erhalte ein medizinisches Feldtraining in einer Klinik, weil im All kein Arzt erreichbar ist. Bei zwei älteren Patienten und unter strenger ärztlicher Aufsicht übte Maurer das Zähneziehen: "Wahrscheinlich habe ich sogar mehr gelitten, weil es doch eine unangenehme Sache ist, jemandem einen Zahn zu ziehen." Hier finden Sie den ganzen Hohlspiegel. Ja, es ist WM-Halbfinale. Ab 21 Uhr spielt Frankreich gegen Spanien. In der Halbzeitpause oder als Alternativprogramm können Sie dieses kostenfreie Onlinespiel ausprobieren: Bei Dialed.gg  geht es darum, sich allein oder im Team an gezeigte Farben zu erinnern. Klingt schwieriger, als es ist, macht aber trotzdem Spaß. Einen schönen Abend. Herzlich Ihre Angela Gruber, Autorin im Wirtschaftsressort