Datum14.07.2026 17:33
Quellewww.zeit.de
TLDRFrankreich und Spanien treffen im WM-Halbfinale aufeinander, was als fußballerisches Finale gilt. Frankreich, das mit Abstand stärkste Team, spielt am Nationalfeiertag und strebt den dritten Finaleinzug in Folge an. Spaniens Defensive um den jungen Pau Cubarsí zeichnet sich durch Ballbesitz und wenige Gegentore aus. Michael Olise von Bayern München ist ein herausragender Spieler mit beeindruckenden Vorlagen, der möglicherweise zu Real Madrid wechselt.
InhaltAm Nationalfeiertag wollen die Franzosen ins dritte WM-Finale in Folge einziehen. Überwinden sie Spaniens Defensive um Pau Cubarsí? Und ganz Oslo rudert trocken. Frankreich gegen Spanien: Das eigentliche Finale, zumindest fußballerisch. Es sind die beiden stärksten Mannschaften, die heute Abend (21 Uhr, ZDF / MagentaTV) in Dallas aufeinandertreffen. Für wen soll man da sein? Für Frankreich spricht, dass sie heute einen besonderen und besonders schweren Tag vor sich haben. Heute ist Nationalfeiertag. Auf den Champs-Élysées findet zu diesem Anlass die bisher größte Militärparade des Landes statt. Zugleich jährt sich auch der Anschlag von Nizza zum zehnten Mal. Vor dem Spiel gibt es deshalb eine Schweigeminute, wie Präsident Emmanuel Macron mitteilte. Danach wird es auf dem Feld die übliche Abfolge aus Geschwindigkeit, Intensität und Kreativität geben. Frankreich überzeugt fußballerisch von allen Teams am meisten. Ein Sieg am Nationalfeiertag wäre keine allzu große Überraschung. Es wäre zudem der dritte WM-Finaleinzug in Folge, deutsche Fans aus den Achtzigern kennen das Gefühl. Und vergleichbar wäre der Triumph über das starke Spanien in etwa mit dem Warmlaufen für den Sturm auf die Bastille. Doch da ist ja noch die spanische Abwehr um den erst 19-jährigen Pau Cubarsí. Wir versuchen es mal so zu erklären: Ihren Platz auf der Poolliege können Sie mit einem Handtuch reservieren, klar. Sie können Stacheldraht auslegen. Oder die Liege auf Ihr Zimmer schleppen und Sie am nächsten Tag wieder mitbringen. Oder Sie verlassen die Liege, einmal auf ihr liegend, einfach nicht mehr. Was wir Ihnen sagen wollen: Es gibt mehr als nur einen Weg zum Glück. Spaniens Abwehr etwa ragt nicht heraus, weil sie besonders fest treten oder weil dort vier Personenschützer spielen, mit denen man sich besser nicht anlegt. Spaniens Abwehr ist deshalb so gut, weil sie dem Gegner so selten den Ball überlässt. So muss er es meistens aus der Distanz probieren, weil er keine andere Möglichkeit sieht, näher an das Tor heranzukommen. Haben sie den Ball, hat ihn der Gegner nicht: Es ist Luis de la Fuentes Version des Präventionsparadoxons. Gerade mal ein Tor hat sein Team im Turnier zugelassen, das 1:1 der Belgier. Nun kommt Frankreich, die zweitbeste Offensive des Turniers. Mal sehen, wie die versuchen, an ihre Liege zu kommen. Michael Olise. Sollten Sie Fan eines der 17 anderen Bundesligateams sein, das nicht aus München kommt, kennen Sie ihn natürlich. Bayerns Offensivspieler ist einer der besten Fußballer der Gegenwart, er fällt allerdings eher auf als neben dem Platz auf. Obwohl er es in der vergangenen Saison beim FC Bayern auf 51 Torbeteiligungen brachte, stand er höchstens zweimal vor der Kamera, um Interviews zu geben. In den sozialen Medien wird der Mann als Mr. Nonchalant gefeiert, da er seine Tore betont gelassen feiert. Nur bei der WM war das bisher nicht zu bestaunen, aber fünf Vorlagen sind ja auch nett. Es sind die meisten im Turnier. Aktuell gibt es Gerüchte, er könnte womöglich bald zu Real Madrid wechseln, dann wäre die Bundesliga um eine ihrer Hauptattraktionen ärmer. Frankreichs Trainer Didier Deschamps sieht es jedenfalls so: "Je öfter er den Ball hat, umso besser." Geht uns allen so, Didier. Etwas neidisch nach Norwegen schauen. Denn so einen Empfang hätte man der eigenen Nationalmannschaft sicher auch gerne vor dem Brandenburger Tor bereitet. Das norwegische Team landete Dienstagmorgen in Oslo. Beim Aussteigen hielt Erling Haaland einen ausgestopften Waschbären, der sich an eine leere Flasche Gin klammert, unter dem Arm. Dann ging es in die Osloer Innenstadt. Erst Empfang im Königspalast, dann Trockenrudern mit den Tausenden Fans. An der Trommel gab Oberwikinger Kronprinz Haakon den Takt vor. Wie sähe das wohl in Berlin aus? Kollektive Seufzer vor dem Brandenburger Tor? Schreiben Sie uns gerne Ihre Ideen. Den ausgestopften Waschbären können Sie übrigens für schlappe 750 US-Dollar hier kaufen. Ist zurzeit aber ausverkauft.