Datum14.07.2026 17:15
Quellewww.spiegel.de
TLDRArchäologen haben den Namen eines Maya-Astronomen, "Sak Tahn Waax" (Weißbrustfuchs), durch Mikrotexte in der Ruinenstadt Xultún in Guatemala entschlüsselt. Der Gelehrte lebte wahrscheinlich im 8. Jahrhundert und verfasste komplexe astronomische Berechnungen. Dies ist die erste direkte Zuschreibung derartiger Arbeiten an einen Mathematiker aus der klassischen Maya-Periode. Die Wandbemalungen und Texte in einer entdeckten Kammer sind einzigartig für die Maya-Forschung.
InhaltVor etwa 1200 Jahren stellte ein Gelehrter der Maya komplexe Berechnungen an. Seinen Namen haben Forschende nun Mikrotexten in einer Kammer der Ruinenstadt Xultún zugeordnet. Mit der Entschlüsselung von Wandzeichen aus Ruinen der Maya haben Archäologen in Guatemala den Namen eines Astronomen und Mathematikers der einstigen Zivilisation ermittelt. Kulturminister Luis Méndez sagte, es handele sich um die bisher einzige Arbeit, die einem Mathematiker aus der Phase der Maya-Klassik zugeordnet werden könne. Diese Phase dauerte von 250 bis 900 nach Christus und gilt als Blütezeit der Zivilisation. Die Wissenschaftler um Heather Hurst vom Skidmore College im US-Bundesstaat New York untersuchten astronomische Berechnungen an der Wand einer Kammer in der Maya-Ruinenstadt Xultún. Die Formel ende mit einem Namen und schreibe das Werk somit einem Mann namens Sak Tahn Waax zu – das bedeute so viel wie "Weißbrustfuchs", berichten die Forschenden im Fachjournal "Antiquity". Sie gehen davon aus, dass der Gelehrte im 8. Jahrhundert lebte. Xultún liegt im Nordosten Guatemalas. Die von den Forschenden untersuchte Kammer war 2010 bei Ausgrabungen entdeckt worden. Die Innenwände der Kammer seien mit Porträts sitzender und kniender Männer unterschiedlichen Alters und Standes bemalt, berichten Heather Hurst und ihre Kollegen. Außerdem gebe es an den Wänden 52 Mikrotexte. Sie stammten von Maya-Mathematikern und beschrieben die Zyklen von Himmelskörpern relativ zur Erde und zueinander. Ein Teil davon sei mit dem Namen "Weißbrustfuchs" verbunden. Dabei bleibe allerdings unklar, ob der Gelehrte die Berechnungen selbst an die Wand schrieb oder ob eine andere Person damit auf ihn verwies, erklären die Forschenden. "In jedem Fall handelt es sich um eine direkte persönliche Zuschreibung mathematischer und astronomischer Arbeit, die im Korpus der Maya-Texte einzigartig ist." Die Maya schufen in Mittelamerika eine der bedeutendsten Hochkulturen der Antike. Sie bauten komplexe Tempelanlagen, waren Meister im Maisanbau. Zudem besaßen sie mathematisches und astronomisches Wissen .