Datum14.07.2026 16:29
Quellewww.zeit.de
TLDRJohann Wadephul fordert angesichts russischer militärischer Aufrüstung in der Arktis einen besseren Schutz der Nato-Nordgrenze. Er betont Russlands wachsende Präsenz und Einflussnahme in der Region, was eine Stärkung der Abschreckung und Verteidigung erfordere. Norwegen spiele als "Frühwarnsystem" eine Schlüsselrolle. Hybride Bedrohungen durch Russland, wie Desinformation und Cyberangriffe, sowie Störungen kritischer Infrastruktur wie Seekabel, seien zentrale Anliegen.
InhaltRussland baut laut Johann Wadephul seine militärische Präsenz in der Arktis aus. Deshalb müsse die Nato ihre Nordgrenze besser schützen, forderte der Außenminister. Angesichts der zunehmenden hybriden Bedrohungen durch Russland hat Außenminister Johann Wadephul zu stärkeren Abschreckungs- und Verteidigungsbemühungen an der Nordgrenze der Nato aufgerufen. "Russland baut seine militärische Präsenz auch hier in der Arktis weiter aus und versucht, seinen Einfluss in der Region zu sichern", sagte der CDU-Politiker bei einem Treffen mit seinem norwegischen Kollegen Espen Barth Eide in der Stadt Bodø nördlich des Polarkreises. Russland besitze im sogenannten Hohen Norden und der Arktis "Fähigkeiten, die wir ernst nehmen müssen, auch mit Blick auf unsere Sicherheit in Zentraleuropa", sagte Wadephul. Norwegen komme hier als "Frühwarnsonar und -radar der Nato im Nordatlantik" eine Schlüsselrolle zu. Die in der Region verlaufenden Unterseekabel sowie See- und Luftwege seien für die Versorgung Deutschlands und Europas essenziell. Russland setzt nach Einschätzung westlicher Staaten zunehmend auf hybride Angriffe gegen Europa. Dazu zählen unter anderem die Verbreitung von Desinformation, Cyberangriffe, Spionage, die Beschädigung kritischer Infrastruktur sowie mutmaßliche Sabotageakte gegen Unternehmen und Einrichtungen. Auch an Europas Grenzen und im Luftraum zeigen sich solche Aktivitäten. Dazu gehören Störungen von GPS-Signalen, Drohnenflüge über sensiblen Bereichen und Verletzungen des Nato-Luftraums. Dieser Artikel wird weiter aktualisiert.