Niederlande: 14-Jährige bei Unfall gestorben - Fahrer aus Deutschland freigesprochen

Datum14.07.2026 16:11

Quellewww.spiegel.de

TLDREin niederländisches Gericht sprach einen deutschen Autofahrer frei, der 2020 in einen tödlichen Unfall mit einer 14-Jährigen verwickelt war. Das Gericht stellte fest, dass der Fahrer die Jugendliche in Dunkelheit nicht sehen konnte, da sie auf der Straße lag. Ihm wurde keine Schuld zugewiesen, da er nicht zu schnell fuhr und das Abrufen der Navigation kurz war. Fahrerflucht wurde ebenfalls nicht bestätigt.

InhaltEine Jugendliche stirbt 2020 nach einem Unfall, die Umstände blieben lange unklar. Jetzt stellte ein Gericht fest: Den Fahrer des Autos trifft keine Schuld. Sechs Jahre nach dem Unfalltod einer Jugendlichen in den Niederlanden ist der daran beteiligte Deutsche freigesprochen worden. Als Autofahrer trage er keine Schuld, erklärte das Bezirksgericht in Haarlem . Lange Zeit war der Unfallhergang teils unklar gewesen. Das Gericht erklärte nun, die Jugendliche habe zum Zeitpunkt des Zusammenstoßes im Juli 2020 auf der Straße gelegen. Der heute 33-Jährige habe sie in der Dunkelheit nicht gesehen – ihm sei keine Unachtsamkeit vorzuwerfen. Der Tod der 14-Jährigen hatte in den Niederlanden heftige Bestürzung ausgelöst. Ihre Eltern verließen den Gerichtssaal noch während der Urteilsbegründung, berichtet die niederländische Nachrichtenagentur ANP. In der Urteilsbegründung heißt es, der Mann habe zwar zum Unfallzeitpunkt auf eine Navigationsapp geschaut, allerdings nur für 2,5 Sekunden. Das sei auf einer wenig befahrenen Straße, an der es keinen Rad- und keinen Fußweg gibt, nicht unangemessen lange. Zudem sei er nicht schneller als die erlaubten 80 Kilometer pro Stunde gefahren. Auch den von der Staatsanwaltschaft erhobenen Vorwurf der Fahrerflucht erkannte das Gericht nicht an. Der Angeklagte hatte erklärt, er habe zwar bemerkt, dass sein Auto über etwas hinwegrollte. Er habe jedoch angenommen, dass es ein Tier gewesen sei. Für eine andere Version gab es laut Gericht keine hinreichenden Beweise. Mithilfe von Kamerabildern hatten Ermittler den Fahrer schnell aufgespürt. Zunächst hatte die Staatsanwaltschaft eine Geldstrafe von 1500 Euro gegen ihn verhängt. Dagegen legten die Eltern der Jugendlichen Berufung ein und forderten weitere Ermittlungen und einen Strafprozess. In dem Prozess plädierte die Staatsanwaltschaft dann auf eine Haftstrafe von acht Wochen. Der Unfall ereignete sich auf der Deichstraße zwischen der einstigen Insel Marken und dem Festland nordöstlich von Amsterdam. Die 14-Jährige war damals nach einem Streit mit ihren Eltern von zu Hause weggelaufen. Ihre Leiche wurde am nächsten Morgen an der Böschung des Deiches gefunden.