Mehr Urlaubsreisen: Nordrhein-Westfalens Tourismus ist im Aufschwung

Datum14.07.2026 12:19

Quellewww.zeit.de

TLDRDer Tourismus in Nordrhein-Westfalen verzeichnet einen Aufschwung. Die Zahl der Urlaubsreisen von Inlandstouristen stieg im letzten Jahr um zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr und um 40 Prozent im Vergleich zu 2019. Dieser Trend, insbesondere bei Kurzurlauben im eigenen Bundesland, wird auf veränderte Urlaubspräferenzen seit der Corona-Pandemie und wirtschaftliche Faktoren zurückgeführt. Touristen geben jährlich 46 Milliarden Euro aus, was 4,9 Prozent der Erwerbstätigkeit in NRW sichert und rund 483.000 Arbeitsplätze schafft.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Mehr Urlaubsreisen“. Lesen Sie jetzt „Nordrhein-Westfalens Tourismus ist im Aufschwung“. Nordrhein-Westfalen wird als Urlaubsort attraktiver. Wie der Landesverband Tourismus NRW in Düsseldorf mitteilte, machte Inländer in dem Bundesland im vergangenen Jahr 5,4 Millionen Urlaubsreisen und damit zwei Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Vergleicht man den Wert mit dem Vor-Corona-Jahr 2019, so lag der Zuwachs den Angaben zufolge sogar bei 40 Prozent. Fast die Hälfte der Gäste kommt aus Nordrhein-Westfalen. Ausländer sind bei der Schätzung nicht inkludiert, da sie nicht Gegenstand von Befragungen waren, die der Studie zugrunde liegen.  "Es gibt einen steigenden Trend nach Ferien innerhalb des Landes - also Deutschlandreisen innerhalb des eigenen Bundeslandes", sagte die Verbandschefin Heike Döll-König. Das habe mit Erfahrungen aus der Corona-Zeit zu tun. "Das Glück beginnt nicht erst da, wo ich einen Flieger besteige - vor allem nicht für die kurzen Auszeiten und ergänzenden Urlaube zwischendurch." Es wandele sich ein "Mindset" und es sei vor anderen Leuten nicht mehr erklärungsbedürftig, "wenn man sagt, ich war eine Woche im Teutoburger Wald, im Sauerland oder in der Eifel und habe mich da wunderbar erholt". Hinzu kämen Folge der wirtschaftlichen Lage - manche Menschen zögen einen Urlaub in einer Ferienwohnung in NRW mit Selbstversorgung einer Flugreise mit Hotelkosten vor. Außerdem führten globale Verwerfungen zu Unsicherheiten bei bestimmten Flugreisen. "Die Nähe wird smarter und die Menschen schätzen es mehr, was sie vor der eigenen Haustür haben." Bei den Urlaubsreisen geht es häufig um Wochenend-Trips, drei Viertel der Urlaubsreisen dauern eine bis drei Nächte. Die Anzahl längerer Reisen zog aber ebenfalls deutlich an. Laut einer separaten Studie des Forschungsinstituts DIW Econ gaben Touristen im Jahr 2024 46 Milliarden Euro in NRW aus. Bei diesen Konsumausgaben sind nicht nur private Reisen mit Übernachtungen sowie Tagesausflüge, sondern auch Geschäftsreisen mitgezählt. Es geht um Essen im Restaurant, Shopping, Kraftstoffe, Hotels, Tickets für Freizeitveranstaltungen und andere Ausgaben.  "Der Tourismus ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor für NRW", sagt Petra Pigerl-Radtke von der Industrie- und Handelskammer (IHK) Ostwestfalen zu Bielefeld. Allein der Einzelhandel setze in NRW pro Jahr acht Milliarden Euro um. "Der Tourismus schafft Wertschöpfung, der Tourismus schafft Arbeitsplätze und er stärkt die Attraktivität unserer Städte und Regionen." Etwa 483.000 Menschen seien in der Tourismusbranche beschäftigt und damit 4,9 Prozent der Gesamterwerbstätigkeit in dem Bundesland. © dpa-infocom, dpa:260714-930-382388/1