Datum14.07.2026 11:19
Quellewww.spiegel.de
TLDRObwohl der Umsatz mit fair gehandelten Produkten in Deutschland 2025 auf 2,7 Milliarden Euro gestiegen ist, liegen die Pro-Kopf-Ausgaben (33 Euro) deutlich hinter den Nachbarländern wie der Schweiz (129 Euro) und Österreich (88 Euro). Auch Frankreich (47 Euro) liegt vorn. Besonders Weltläden verzeichneten deutliche Umsatzzuwächse. Die Branche verzeichnet gemischte, aber prinzipiell positive Entwicklungen, sieht aber noch viel Potenzial in Deutschland.
InhaltDie Branche zieht eine gemischte Bilanz: Die Umsätze mit fair gehandeltem Kaffee oder Schokolade sind 2025 zwar gestiegen. Doch im Vergleich zu Österreich oder Frankreich ist bei den Deutschen deutlich Luft nach oben. Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland geben weiterhin deutlich weniger für fair gehandelte Produkte wie Kaffee oder Schokolade aus als Menschen in vergleichbaren Nachbarländern. Im Schnitt zahlten die Deutschen im vergangenen Jahr mit 33 Euro zwar mehr für fair gehandelte Lebensmittel, Textilien und Handwerksprodukte als im Vorjahr mit 31 Euro, teilte das Forum Fairer Handel (FFH) mit. Allerdings stiegen die durchschnittlichen Ausgaben für fair gehandelte Produkte auch in den Nachbarländern. In der Schweiz gaben Verbraucherinnen und Verbraucher demnach zuletzt im Schnitt umgerechnet rund 129 Euro dafür aus, in Österreich 88 Euro und in Frankreich 47 Euro. Insgesamt stieg der Umsatz mit fair gehandelten Produkten in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr um 4,7 Prozent auf einen neuen Höchstwert von 2,7 Milliarden Euro. Besonders die auf faire Produkte spezialisierten Weltläden konnten dem FFH zufolge ihre Umsätze steigern, konkret um zehn Prozent. Anfang Mai hatte bereits der Verein Fairtrade Deutschland eine Bilanz für 2025 gezogen. Demnach gaben Verbraucher in Deutschland sogar rund 3,15 Milliarden Euro für fair gehandelte Produkte aus, die durchschnittlichen Ausgaben lagen bei 36 Euro. Fairtrade Deutschland bezieht in seiner Bilanz nach eigenen Angaben allerdings auch Produkte mit ein, für die nur ein einzelner Rohstoff wie Kakao zu fairen Bedingungen eingekauft wurde.