Campingplatz: »Ich sehe mich manchmal als Bürgermeisterin«

Datum14.07.2026 09:40

Quellewww.zeit.de

TLDRNadine Siemer hat den Campingplatz ihrer Eltern übernommen und sieht sich oft als "Bürgermeisterin" für bis zu 700 Gäste. Obwohl sie selbst kein Camper ist, entschied sie sich aus Bauchgefühl während der Pandemie, den modernisierten Platz zu leiten. Sie kümmert sich um Managementaufgaben, digitalisiert Prozesse und betont die Herausforderung bei Dauerregen, wenn Gäste mit ihrer nassen Situation konfrontiert sind.

InhaltNadine Siemer hat den Campingplatz ihrer Eltern übernommen. Im Podcast erzählt sie, wie man bis zu 700 Gäste beherbergt – und was es bedeutet, wenn es tagelang regnet. "Für einen Campingplatz braucht man eine riesengroße Portion Herz", sagt Nadine Siemer im Podcast Frisch an die Arbeit. Jeder Gast bringe seine eigene Geschichte mit. Die 48-Jährige betreibt gemeinsam mit ihrem Bruder den Campingplatz Knatter Camping in Bantikow in der Prignitz. Er liegt rund eine Autostunde nordwestlich von Berlin am Untersee der Kyritzer Seenkette. Auf 180 Stellplätzen verbringen in der Hauptsaison bis zu 700 Gäste gleichzeitig ihren Urlaub. Den Platz übernahmen Siemers Eltern nach der Wende von der Gemeinde und bauten ihn von einem einfachen Zeltplatz mit Trockentoiletten und kaltem Wasser zu einem modernen Ferienlager aus. Zelten war für Nadine Siemer übrigens selbst nie eine Option. "Camping ist keine Urlaubsform, für die ich mich persönlich begeistern kann", sagt sie. Nach einem Studium im Bereich Medien und Kommunikation arbeitete sie im Umweltmanagement, in der Pressearbeit, in einer Unternehmensberatung und im öffentlichen Dienst. Trotzdem entschied sie sich während der Coronapandemie, den elterlichen Betrieb zu übernehmen. "Es war überhaupt keine finanzielle Entscheidung, sondern eine aus dem Bauch heraus", sagt sie. Nachdem sie über Jahre als Angestellte gearbeitet hatte, wollte sie nun selbstständig sein. Heute kümmert sich Siemers um Buchungen, Personalplanung und Investitionen in den Campingplatz. Viele Abläufe hat sie in den vergangenen Jahren digitalisiert. Sie betrachtet den Campingplatz wie ein Unternehmen, das man ständig weiterentwickeln muss. Schwierig wird es, wenn es im Sommer länger regnet: "Schlechtes Wetter ist vor allem dann kaum auszuhalten, wenn die Urlauber schon da sind und zu mir sagen: ›Eigentlich wollten wir am Wasser stehen. Jetzt stehen wir im Wasser.‹" Im Podcast erzählt Nadine Siemer außerdem, warum sie auch nach Feierabend oft an den Campingplatz denkt und wie man bis zu 700 Gästen am Tag einen schönen Urlaub ermöglicht. "Frisch an die Arbeit" wird jeden zweiten Dienstag veröffentlicht. Es moderieren im Wechsel Daniel Erk, Hannah Scherkamp und Elise Landschek. Das Team erreichen Sie unter frischandiearbeit@zeit.de.