Hochhaus in Kiel: Polizei führt nach Steinwurf massenhafte DNA-Untersuchung durch

Datum14.07.2026 08:24

Quellewww.zeit.de

TLDRIn Kiel führt die Polizei eine Massen-DNA-Untersuchung in einem Wohnhochhaus durch, nachdem ein Stein auf einen Streifenwagen geworfen wurde. Ziel ist es, den Werfer zu identifizieren, der als versuchter Tötungsdelikt eingestuft wird. Die Abgabe von Speichelproben ist für die über 250 Bewohner freiwillig, jedoch werden Personalien bei Verlassen des Hauses aufgenommen.

InhaltIn Kiel läuft ein Großeinsatz der Polizei, Bewohner eines Wohnhochhauses sollen DNA-Proben abgeben. Aus dem Haus war ein Stein auf einen Streifenwagen geworfen worden. Seit 6 Uhr läuft ein Großeinsatz der Polizei an einem Hochhaus in Kiel. Polizei und Staatsanwaltschaft teilten mit, dass auf einen richterlichen Beschluss hin eine DNA-Reihenuntersuchung der Bewohner des Hauses durchgeführt werde. Grund dafür ist ein Steinwurf auf einen Streifenwagen, der sich in der Nacht auf den 2. Juni ereignete. In dem Haus wohnen mehr als 250 Menschen. Auf ZEIT-Anfrage sagte eine Sprecherin der Polizeidirektion Kiel, dass die Abgabe der DNA-Proben für die Bewohner freiwillig sei. Auf Grundlage des richterlichen Beschlusses habe man das Haus umstellt, Beamte seien in allen Stockwerken präsent. Wohnungen würden aber nicht betreten. Untersucht werde nur, wer zum Tatzeitpunkt mindestens 14 Jahre alt gewesen sei. Wenn jemand das Haus vor Beendigung der Maßnahme verlassen wolle, würden seine Personalien festgestellt und er werde gefragt, ob er eine Probe abgeben wolle, sagte die Sprecherin. Danach dürfe er das Haus verlassen. Die Proben würden per Speichelentnahme aus dem Mund genommen. Die Zahl der an dem Einsatz beteiligten Beamten liege im unteren dreistelligen Bereich, genaue Zahlen nenne man aus taktischen Gründen nicht. Der Steinwurf wird von der Staatsanwaltschaft als versuchtes Tötungsdelikt eingestuft. Nach Angaben der Polizei fuhr ein Streifenwagen in der Tatnacht gegen 0.45 Uhr über den Vorplatz des Hochhauses in Kiel-Mettenhof. Die Beamten seien wegen einer Ruhestörung gerufen worden. Ein Pflasterstein habe die Frontscheibe des Streifenwagens auf Kopfhöhe durchschlagen. Eine 25-jährige Polizistin, die auf dem Beifahrersitz gesessen habe, sei an der Hand und am Sprunggelenk getroffen worden. Bis heute sei sie nicht dienstfähig. Der 59-jährige Fahrer sei unverletzt geblieben.  Bei dem Stein handelte es sich nach Polizeiangaben um ein etwa 10x20x5 Zentimeter großes Bruchstück einer Gehwegplatte. Bereits kurz nach dem Vorfall lobten die Behörden eine Belohnung von 1.000 Euro aus, die zur Ermittlung eines Täters führen.