Datum26.11.2025 09:29
Quellewww.zeit.de
TLDRChristliche Unternehmer lehnen eine vollständige Blockadehaltung gegenüber der AfD ab und fordern stattdessen demokratische Diskussionen über Inhalte. Der Vorsitzende des Bunds Katholischer Unternehmer, Martin Nebeling, betont die Notwendigkeit, sich inhaltlich von der AfD abzugrenzen, ohne Gesprächsverbote zu verhängen. Dies sei wichtig, um die Widerstandsfähigkeit der Demokratie zu stärken. Gleichzeitig müsse klargestellt werden, dass menschenverachtende Positionen nicht akzeptabel sind. Die Debatte wurde durch die Einladung von AfD-Mitgliedern zu einem Treffen durch den Verband Die Familienunternehmer ausgelöst.
InhaltVertreter evangelischer und katholischer Unternehmer sprechen sich gegen Gesprächsverbote mit der AfD aus. Wichtig sei jedoch die inhaltliche Abgrenzung. In der Debatte über eine Brandmauer zur AfD in der deutschen Wirtschaft haben sich christliche Unternehmer gegen eine vollständige Blockade der in Teilen rechtsextremen Partei ausgesprochen. Der Vorsitzende des Bunds Katholischer Unternehmer (BKU), Martin Nebeling, teilte mit, man lehne die Positionen der AfD zwar ab, doch eine "kompromisslose Blockadehaltung" bezüglich politischer Absprachen drohe Deutschland in die Unregierbarkeit zu drängen und gefährde die Demokratie. Statt einer Blockade spricht sich der BKU für eine demokratische Diskussion von Positionen und Inhalten aus sowie für eine Abgrenzung von der AfD innerhalb dieser Diskussion. Nebeling rief die Gesellschaft auf, sich auf ihr christliches Wertefundament zu berufen und so die Widerstandsfähigkeit der freiheitlich-demokratischen Grundordnung zu stärken. "Mit den radikalen Zielen der Extremisten sind die Vorstellungen der breiten Mehrheit der Bevölkerung nicht im Einklang", sagte der BKU-Vorsitzende. "Dies deutlich zu machen und die Radikalen zu entlarven, ist unser aller Aufgabe – und dabei hilft nicht Ignorieren, sondern miteinander zu sprechen." Hintergrund der Äußerungen ist eine Debatte über den Verband Die Familienunternehmer. Dieser hatte im Oktober erstmals AfD-Mitglieder zu einem parlamentarischen Abend eingeladen. Dem Handelsblatt sagte die Verbandsvorsitzende Marie-Christine Ostermann, sie wolle kein "Kontaktverbot" zur AfD. Für ihren Umgang mit der AfD waren die Familienunternehmer daraufhin öffentlich kritisiert worden; mehrere Mitglieder kündigten ihren Austritt aus dem Verband an. Der Vorsitzende des Arbeitskreises Evangelischer Unternehmer, Friedhelm Wachs, sieht in der Öffnung des Verbands für Gespräche mit AfD-Vertretern eine politische Taktik. "Vor allem im Osten ist die AfD ein Faktum", sagte Wachs. Darauf müssten auch Unternehmer reagieren. Die AfD stelle im kommenden Jahr möglicherweise Landesregierungen, es gebe jedoch kaum öffentliche Debatten darüber, wie in diesem Fall zu reagieren wäre, und vor welchen Herausforderungen Unternehmer in diesem Fall stünden. Wachs kritisierte die aktuelle Debatte über Gespräche mit AfD-Vertretern. Es werde kaum unterschieden zwischen Gesprächen und dem Sich-gemein-Machen mit Positionen der AfD. "Ich hadere mit Gesprächsverboten", sagte Wachs. Allerdings müsse zu jeder Zeit klar sein, welche Inhalte klar abzulehnen seien: "Wer die Würde des Menschen infrage stellt, der ist raus, der ist kein politisches Pendant." Zudem müsse verhindert werden, dass die AfD Gespräche für Propagandazwecke nutze. Dieser Artikel wird weiter aktualisiert.