Unwetter sorgen für Tennisballhagel und ein schwimmendes Polizeiauto – und da kommt noch mehr

Datum14.07.2026 03:49

Quellewww.spiegel.de

TLDRNach extremer Hitze drohen in Deutschland nun schwere Unwetter mit Gewittern, Starkregen, Sturm und Hagel. Im Norden fielen bereits tennisballgroße Hagelkörner, die mit Radladern geräumt werden mussten. In Elmshorn sorgten überflutete Straßen für ein steckengebliebenes Polizeiauto und ein Haus brannte vermutlich nach einem Blitzeinschlag. Die Einsatzkräfte kämpfen mit den erschwerten Bedingungen.

InhaltAuf die Hitze folgen Blitz und Donner, Regen und Hagel: Weite Teile des Landes müssen mit neuen Unwettern rechnen. Im Norden ging es wettertechnisch bereits hoch her. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt für heute vor Unwetter in Teilen Deutschlands. In der Mitte und im Süden seien teils kräftige Gewitter mit Unwettergefahr möglich, teilte der DWD mit. Im Westen und Südwesten müsse gebietsweise mit "starker Wärmebelastung" gerechnet werden. Nach Gewittern in der Nacht rechnet der DWD für Dienstagmorgen zunächst mit vorübergehend nachlassender, später aber wieder auflebender Gewitteraktivität. Von der Mitte bis nach Süddeutschland sind demnach teils kräftige Gewitter mit Starkregen, Sturm und Hagel möglich. Unwettergefahr, vor allem durch Starkregen zwischen 25 und 40 Liter pro Quadratmeter binnen kurzer Zeit, sei nicht ausgeschlossen. Vereinzelt könne es auch extremen Starkregen mit mehr als 40 Liter pro Quadratmeter geben, hieß es. Zudem könne es zu schweren Sturmböen mit Windgeschwindigkeiten zwischen 70 und 90 Kilometern pro Stunde (Windstärke 8 bis 10 Beaufort) kommen. Auch seien Hagelkörner mit einem Durchmesser von bis zu 3 cm sowie örtliche Hagelansammlungen möglich. Mancherorts war es bereits am Montag wettertechnisch hoch hergegangen, hauptsächlich im Norden des Landes. Tennisballgroße Hagelkörner fielen bei einem Unwetter über Teilen des Landkreises Ludwigslust-Parchim in Mecklenburg-Vorpommern. Nach zwei Stunden habe sich stellenweise so viel Hagel auf dem Boden angesammelt, dass er mit Radladern weggeräumt werden musste, teilte die Leitstelle Westmecklenburg mit. Es habe ausgesehen wie nach winterlichem Schneefall. Über Verletzte war der Leitstelle nichts bekannt, auch zu Sachschäden konnte sie zunächst keine Angaben machen. Im Landkreis gingen innerhalb einer Stunde etwa 168 wetterbedingte Notrufe ein, wie ein Sprecher der Leitstelle der Deutschen Presse-Agentur sagte. Die Feuerwehr musste Keller auspumpen und umgestürzte Bäume beseitigen. Zunächst hatten NDR und die "Bild"-Zeitung über die Unwetter berichtet. Mittlerweile soll sich die Wetterlage im Landkreis wieder beruhigt haben, Feuerwehrkräfte waren in der Nacht jedoch weiterhin im Einsatz, um die Notrufe abzuarbeiten. Ein Unwetter hat zudem in Elmshorn (Schleswig-Holstein) einen Streifenwagen ausgebremst: Während eines Einsatzes am Montag blieb das Polizeiauto auf einer überfluteten Straße stecken. Verletzt wurde den Angaben der Polizei nach dabei aber niemand. Der Wagen war demnach ausgerechnet in der Wasserstraße unterwegs, als er in der Flut nicht mehr weiterkam. Weitere Einzelheiten waren zunächst nicht bekannt. Vermutlich nach einem Blitzeinschlag hat ebenfalls in Elmshorn der Dachstuhl eines Einfamilienhauses gebrannt. Beim Eintreffen der Einsatzkräfte hätten sich aus schwarzem Rauch am Dach herausschlagende Flammen entwickelt, teilte die Feuerwehr in einer Mitteilung mit. Starkregen und Gewitter hätten den Einsatz erheblich erschwert. Nach Angaben der Feuerwehr konnten wegen der anhaltenden Blitzschlaggefahr zwei bereitstehende Drehleitern zunächst nicht eingesetzt werden. Die Einsatzkräfte löschten den Brand deshalb von innen unter Atemschutz. Im Haus wurde eine Bewohnerin vermutet, gefunden wurde jedoch niemand.