Eigenbeteiligung: Eigenanteil für Pflege im Heim in NRW weiter gestiegen

Datum14.07.2026 00:01

Quellewww.zeit.de

TLDRDer Eigenanteil für Pflegeheimbewohner in NRW ist auf durchschnittlich 3.671 Euro pro Monat gestiegen, ein Zuwachs von 244 Euro im Vergleich zum Vorjahr. Dieser Betrag beinhaltet Pflege, Unterkunft, Verpflegung und Investitionen. Die Kosten sinken mit zunehmender Aufenthaltsdauer. Bundesgesundheitsministerin Warken plant eine Pflegereform, die gestaffelte Zuschläge erst später im Heimaufenthalt vorsieht. Einem gestiegenen Personalaufwand wird dafür die Ursache zugeschrieben.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Eigenbeteiligung“. Lesen Sie jetzt „Eigenanteil für Pflege im Heim in NRW weiter gestiegen“. Die Pflege im Heim ist für Bewohnerinnen und Bewohner in Nordrhein-Westfalen erneut teurer geworden. Der selbst zu zahlende Anteil für das erste Jahr lag mit Stand zum 1. Juli in NRW im Durchschnitt bei 3.671 Euro pro Monat, wie der Verband der Ersatzkassen mitteilte. Das ist ein Anstieg um 244 Euro gegenüber dem Vorjahr, wie die der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Daten zeigen.  Teurer ist es im Ländervergleich wie auch schon vergangenes Jahr nur in Bremen und im Saarland. Der Bundesdurchschnitt liegt bei 3.364 Euro monatlich für das erste Jahr - rund 256 Euro mehr als im Vorjahr. In den Summen ist zum einen der Eigenanteil für die reine Pflege und Betreuung enthalten, denn die Pflegeversicherung trägt nur einen Teil der Kosten. Hinzu kommen für Heimbewohner noch Zahlungen für Unterkunft, Verpflegung, Investitionen sowie Umlagen für Ausbildungskosten. Die Zuzahlungen sinken mit der Aufenthaltsdauer im Heim. Denn je länger jemand in einem Pflegeheim wohnt, desto mehr Zuschüsse gibt es für den Pflege-Eigenanteil. So sank die Zuzahlung aus eigener Tasche in NRW im zweiten Jahr auf 3.373 Euro, im dritten Jahr auf 2.977 Euro und ab dem vierten Jahr auf 2.481 Euro.  Bundesgesundheitsministerin Nina Warken plant eine Reform zur Stabilisierung der Pflegeversicherung. Umstritten ist dabei, dass die gestaffelten höheren Zuschläge für Heimbewohner künftig erst nach längerer Zeit im Heim gezahlt werden sollen als bisher. Die Spannen zur höheren Stufe sollen den Plänen zufolge jeweils von 12 auf 18 Monate verlängert werden. "Die Pflegekosten steigen ungebremst und bei einer Teilleistungsversicherung wie der Pflegeversicherung geht das zulasten der Betroffenen", sagte die Vorstandsvorsitzende des Ersatzkassenverbands, Ulrike Elsner. Besonders die Steigerungen bei den Personalkosten schlügen zu Buche.  Die Gehälter von Pflegekräften seien in den vergangenen Jahren stark gestiegen und lägen im Branchenvergleich nun über dem Durchschnitt. "Es gab Nachholbedarf und es ist richtig, dass Pflegekräfte gut bezahlt werden", so Elsner. "Doch es kann nicht sein, dass das zu immer stärkeren Belastungen der Pflegebedürftigen führt." Die geplante Pflegereform müsse eine faire Lastenteilung und austarierte Eigenanteile erreichen. Ausgewertet wurden Vergütungsvereinbarungen der Pflegekassen mit Heimen in allen Ländern. Zum Ersatzkassenverband gehören etwa die Techniker Krankenkasse, die Barmer und die DAK-Gesundheit. © dpa-infocom, dpa:260713-930-380025/1