Andalusien: Waldbrand überlebt – Brite verliert Frau und Freunde

Datum13.07.2026 22:44

Quellewww.spiegel.de

TLDREin Brite überlebte knapp verheerende Waldbrände in Andalusien, bei denen seine Frau und zwölf Freunde ums Leben kamen. Der 70-Jährige schilderte der BBC, wie er von seiner Frau und Gruppe getrennt wurde, als sie zu Fuß flohen, während er kurz zum Haus zurückkehrte. Die Flammen erfassten das Dorf Bédar, 13 Menschen starben. Timbrell überlebte in einem Auto. Die brutale Kombination aus Wind, Trockenheit und Hitze machte die Situation lebensgefährlich. Die Identifizierung der Opfer ist noch nicht abgeschlossen.

InhaltDer Brite Malcolm Timbrell entkam den verheerenden Waldbränden in Andalusien nur knapp. Seine Frau und zwölf seiner Freunde und Nachbarn kamen bei dem Feuer vermutlich ums Leben. Gegenüber der "BBC" erzählt er von seinen Erlebnissen. Malcolm Timbrell hat den Waldbrand in der spanischen Provinz Almería überlebt. Seine Frau Annette und zwölf Freunde und Nachbarn sind nach seinen Angaben vermutlich ums Leben gekommen. Der 70-Jährige schilderte der "BBC", wie er von der Gruppe getrennt wurde, als die Flammen auf sein Haus zurasten. Timbrell und seine Frau lebten im Dorf Bédar, das am vergangenen Donnerstagabend von den Flammen erfasst wurde. 13 Menschen starben bei dem Feuer. Vor seinem zerstörten Haus am Hang berichtete der Brite von den letzten gemeinsamen Momenten. "Man würde niemals denken, dass so etwas passieren kann", sagte er. "Und wenn es passiert und man der einzige Überlebende ist, bleibt man mit der Frage zurück: Was soll ich tun?" Timbrell und seine Frau hatten das Haus in Andalusien gefunden, nachdem sie in der britischen Fernsehsendung "A Place in the Sun" aufgetreten waren. "Sie war ein so glücklicher, offener Mensch", sagte er über seine Partnerin, mit der er 17 Jahre zusammen war. "Wir hatten ein unglaubliches Leben zusammen – und jetzt ist es vorbei." Als sich die Flammen, angefacht durch starke Winde, dem Grundstück näherten, entschieden sich das Paar und seine Nachbarn zur Flucht mit dem Auto. Doch Timbrell kehrte noch einmal zum Haus zurück, um die beiden Katzen Charlie und Lilly zu holen. Mit den beiden Katzen im Auto wollte er die Gruppe wieder einholen. Doch seine Frau und die anderen hatten ihre Fahrzeuge inzwischen verlassen. Sie entschieden sich, der Feuerfront zu Fuß zu entkommen. "Ich habe später erfahren, dass diese Feuerfront mit mehr als 20 Kilometern pro Stunde unterwegs war. Sie hatten keine Chance." Timbrell suchte daraufhin Schutz in den zurückgelassenen Autos. Vier von sechs Fahrzeugen seien sofort in Brand geraten. Die letzten beiden hätten die Hitze schwer beschädigt überstanden. "Ich habe im letzten Auto mit einer Katze überlebt." Nachdem die Flammen weitergezogen waren, wurde Timbrell von Rettungskräften geborgen. Später wurden acht Leichen auf einem Weg unterhalb seines Hauses gefunden. An der Stelle sind noch immer die Brandspuren von vier ausgebrannten Fahrzeugen zu sehen. Die spanischen Behörden gehen davon aus, dass unter den Todesopfern drei Briten sowie jeweils ein Staatsbürger aus Frankreich, Belgien und Spanien sind. Vier weitere Menschen, die in einem Rechtslenkerfahrzeug gefunden wurden, könnten ebenfalls Briten sein. Die Identifizierung der Opfer ist noch nicht abgeschlossen. Viele britische Bewohner von Bédar kritisierten, dass es keine Warnung per Handy gegeben habe. Timbrell will jedoch niemandem die Schuld geben. "Es ist niemandes Fehler. Niemand kann dafür verantwortlich gemacht werden", sagte er. Die Kombination aus starkem Wind, trockener Landschaft und hohen Temperaturen habe die Lage extrem gefährlich gemacht. Nun wartet Timbrell auf die endgültige Identifizierung der Opfer. "Da ist dieser kleine Funken Hoffnung, obwohl ich weiß, dass eine Leiche gefunden wurde, die eine Katze festhielt. Die harten Fakten sprechen dafür, dass es die Menschen sind, die gefunden wurden." Die Polizei halte ihn über die Ermittlungen auf dem Laufenden, sagte er. Doch er fürchte den Moment, in dem das volle Ausmaß seines Verlustes eintrete: "Wir warten jetzt nur noch auf die DNA-Bestätigung. Und danach werde ich wahrscheinlich zusammenbrechen."