Warner und Paramount: US-Bundesstaaten wollen Übernahme stoppen

Datum13.07.2026 21:56

Quellewww.spiegel.de

TLDRZwölf US-Bundesstaaten klagen gegen die geplante milliardenschwere Übernahme von Warner durch Paramount. Sie befürchten höhere Preise und weniger Inhalte sowie die Schwächung von Kinos durch wegfallenden Wettbewerb. Paramount weist die Kritik zurück. Eine Genehmigung der US-Regierung steht, aber es gibt Sorgen um die Unabhängigkeit von Nachrichtensendern wie CNN, da hinter Paramount die Familie eines Trump-Unterstützers steht.

InhaltDas Medienunternehmen Paramount will das Hollywood-Urgestein Warner für 111 Millionen Dollar übernehmen. Mehrere US-Bundesstaaten gehen nun dagegen vor. Eine Befürchtung: wachsender Enfluss von US-Präsident Trump. Paramount darf den Konkurrenten Warner für 111 Milliarden US-Dollar kaufen, das entschied die US-Regierung im Juni. Doch nun ziehen zwölf US-Bundesstaaten vor Gericht, um die Übernahme des Hollywood-Urgesteins durch den Konkurrenten zu verhindern. Der Zusammenschluss der zwei Schwergewichte werde unter anderem höhere Preise sowie weniger Filme und TV-Sendungen zur Folge haben, kritisierte der kalifornische Generalstaatsanwalt Rob Bonta. Die zwölf US-Bundesstaaten argumentieren in ihrer Klage unter anderem, der Wegfall der Konkurrenz zwischen Warner und Paramount werde unter anderem die Filmtheater schwer treffen. Der Deal verletze Wettbewerbsregeln und müsse untersagt werden. Paramount konterte, die Klage verkenne die Wettbewerbs-Realität der Unterhaltungsbranche und basiere auf einer fehlerhaften Anwendung des Kartellrechts. Man werde den Deal entschieden verteidigen. Anleger zeigten sich unbeeindruckt von der Klage: Die Warner-Aktie lag nach dem Vorstoß der Bundesstaaten um gut zwei Prozent im Plus. Zugleich laufen noch Wettbewerbsprüfungen außerhalb der USA, unter anderem in Europa. Die US-Regierung hatte den Milliardendeal ohne Auflagen genehmigt. Das Justizministerium kam zu der Einschätzung, dass der Zusammenschluss weder dem Wettbewerb noch US-Verbrauchern schaden werde – sowohl im TV- oder Streaminggeschäft als auch in der Filmproduktion. Dem "Wall Street Journal"  zufolge wurde die Übernahme von der Führung des Ministeriums durchgewinkt, bevor die zuständigen Juristen der Behörde eine Empfehlung dazu abgeben konnten. Hinter Paramount steht die Familie des Softwaremilliardärs Larry Ellison, der als Unterstützer von Präsident Donald Trump bekannt ist. Ursprünglich hatte sich im vergangenen Jahr schon Netflix mit Warner auf einen Kauf des Streaming- und Studiogeschäfts der Branchengröße verständigt. Doch Paramount ließ nicht locker und gab ein höheres Gebot für den gesamten Konzern Warner Bros. Discovery ab, inklusive der Fernsehsender wie CNN. Der Deal ist nun rund 111 Milliarden Dollar schwer. Trump-Kritiker in den USA befürchten, dass CNN unter dem Dach von Paramount die redaktionelle Unabhängigkeit verlieren könnte – wie dies schon in anderen Fällen geschah, wo Medienhäuser von Milliardären übernommen wurden, die dem Präsidenten die Treue halten. Trump hatte mehrfach gesagt, ihm sei besonders wichtig, dass der oft kritisch über ihn berichtende Nachrichtensender bei einem Warner-Deal ebenfalls den Besitzer wechselt. Mehr dazu lesen Sie hier.  Die Nachrichtenredaktion des Paramount-Senders CBS fiel nach der Übernahme durch die Ellison-Familie durch freundlichere Berichterstattung über Trumps Regierung auf. In der populären Reportage-Sendung "60 Minutes" wurden einige Korrespondenten entlassen, die zum Teil politisierten Druck beklagten. Paramount wird von Larry Ellisons Sohn geführt – dem Filmproduzenten David Ellison. Er will mit der Übernahme von Warner Bros. Discovery an Gewicht in Hollywood gewinnen. Paramount ist unter den kleineren Playern der Branche. Zu Warner gehören unter anderem das DC-Superhelden-Universum mit Superman und Batman, Filmreihen wie "Harry Potter" sowie ein starkes Streaminggeschäft auf Basis des Bezahlsenders HBO. Fernsehsender, soziale Netzwerke, führende Zeitungen: Immer mehr US-Medien geraten unter den Einfluss von Multimilliardären, die sich mit dem Präsidenten verbündet haben. Experten warnen vor einer Aushöhlung der Demokratie. Mehr dazu lesen Sie hier.