Datum13.07.2026 17:09
Quellewww.zeit.de
TLDRIn NRW dokumentierten vier Meldestellen 2025 insgesamt 571 Diskriminierungsfälle, darunter Rassismus und Queerfeindlichkeit. Die meisten Vorfälle ereigneten sich im öffentlichen und digitalen Raum, oft als Belästigungen oder Verweigerung von Rechten. Frauen waren am häufigsten betroffen, oft in Verbindung mit Sexismus. Die Meldestellen bieten eine niedrigschwellige Möglichkeit zur anonymen Dokumentation, um Diskriminierung sichtbarer zu machen und das Dunkelfeld aufzuhellen, ähnlich der erfolgreichen Vorgehensweise von RIAS NRW bei antisemitischen Vorfällen.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Meldestellen“. Lesen Sie jetzt „Mehr als 570 Diskriminierungsfälle in NRW gemeldet“. Die vier Meldestellen für verschiedene Formen des Rassismus und Queerfeindlichkeit in Nordrhein-Westfalen haben für 2025 insgesamt 571 Vorfälle verzeichnet. Dokumentiert wurden Diskriminierungserfahrungen im öffentlichen und digitalen Raum, am Arbeitsplatz, in Schulen oder Ämtern und Behörden. Das geht aus dem ersten Jahresbericht hervor, den die Meldestellen vorlegten. Die Stellen nehmen antimuslimische Vorfälle, Antiziganismus und weitere Formen des Rassismus sowie Vorfälle in Zusammenhang mit der sexuellen Orientierung und geschlechtlichen Identität unterhalb der Strafbarkeitsgrenze in den Blick. Sie sollen eine niedrigschwellige Möglichkeit zur Meldung von Vorfällen bieten und damit Diskriminierung sichtbarer machen. Frauen stellten bei allen vier Meldestellen die größte Gruppe der Betroffenen, wie das Gleichstellungsministerium weiter mitteilte. Der häufigste zusätzliche Diskriminierungsbereich seien Sexismus und Frauenfeindlichkeit. Die meisten gemeldeten Diskriminierungsvorfälle wurden demnach als Belästigungen kategorisiert - dazu gehörten Beleidigungen, Erniedrigungen und Anfeindungen. In einem erheblichen Teil der Fälle werden den Betroffenen gleiche Rechte verwehrt, etwa der Zugang zu Wohnraum, Arbeit oder Gesundheitsleistungen. Ein Großteil der Meldenden berichtet über psychische Folgen der erlebten Diskriminierung, zum Beispiel über Angst, Hilflosigkeit und das Gefühl, sich aus dem öffentlichen Leben zurückziehen zu müssen. Von 870 eingegangenen Meldungen wurden dem Bericht zufolge knapp 700 als Vorfälle klassifiziert. Ein Teil davon betraf aber die vorherigen Jahre und wurde daher im Jahresbericht nicht berücksichtigt. Seit März 2025 können sich Menschen in NRW an die Meldestellen wenden, um Diskriminierungserfahrungen anonym zu dokumentieren. Dabei können sich sowohl Betroffene als auch Beobachter eines Geschehens melden. Vorbild ist die Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus NRW (RIAS NRW), die seit 2022 antisemitische Vorfälle unterhalb der Strafbarkeitsgrenze dokumentiert und damit das Dunkelfeld aufhellt. © dpa-infocom, dpa:260713-930-379032/1