Cyberangriffe aus Russland: Auswärtiges Amt bestellt russischen Botschafter ein

Datum13.07.2026 12:30

Quellewww.zeit.de

TLDRDie EU, Großbritannien und Deutschland werfen Russland vor, für groß angelegte Cyberangriffe auf mehrere Länder verantwortlich zu sein. Das Auswärtige Amt hat den russischen Botschafter einbestellt, und Frankreich plant dies ebenfalls. Strafmaßnahmen, darunter Sanktionen gegen russische Geheimdienstoffiziere und Organisationen, werden verhängt. Ziel der Angriffe waren unter anderem Regierungsnetzwerke und kritische Infrastrukturen.

InhaltDie EU und Großbritannien sehen russische Geheimdienste hinter Cyberangriffen in mehreren Ländern. Auch Frankreich will den russischen Botschafter einbestellen. Das Auswärtige Amt hat den russischen Botschafter in Berlin einbestellt. Anlass sind Vorwürfe der Bundesregierung, zahlreicher weiterer EU-Staaten und Großbritanniens gegen Russland, für mehrere groß angelegte Cyberoperationen verantwortlich zu sein. "Cyberangriffe gegen Deutschland, EU-Partner und die Ukraine sind inakzeptabel", teilte das Auswärtige Amt mit. "Wir beantworten sie geschlossen, auch mit zusätzlichen Sanktionen. Zudem haben wir heute den russischen Botschafter einbestellt (und) unsere Haltung noch einmal verdeutlicht." Auch Frankreichs Regierung kündigte an, wegen der Vorwürfe in den kommenden Tagen den russischen Botschafter in Paris einbestellen zu wollen. Zudem werde Frankreich Sanktionen gegen neun russische Personen und vier Organisationen verhängen, sagte Außenminister Jean-Noël Barrot. Auch er begründete die Maßnahmen mit russischen Cyberangriffen. Der Rat der EU teilte mit, die von Frankreich angekündigten EU-Sanktionen seien unter anderem gegen Offiziere des russischen Militärgeheimdiensts GRU, "Cyberkriminelle, selbsternannte Hacktivisten" sowie Unternehmen, die zu russischen Cyberangriffen beitragen, gerichtet. In der Mitteilung ist von einem Zentrum des russischen Inlandsgeheimdiensts FSB die Rede, das für ein "breites Spektrum schädlicher Cyberaktivitäten von zunehmender Tragweite" verantwortlich sei. Unter anderem gehe es dabei um "Infiltration von Regierungsnetzwerken" und Sabotage an kritischer Infrastruktur. Neben Frankreich und Deutschland zählte der EU-Rat sieben weitere EU-Länder auf, die Ziel der Cyberoperationen gewesen sein sollen. Frankreichs Außenminister Barrot sprach von mindestens zehn betroffenen Ländern. Das FSB-Zentrum, das dafür verantwortlich sei, habe in Frankreich zudem seit 2010 Regierungsbehörden und seit 2025 die Rüstungsindustrie ausgespäht. Am Vorgehen der EU gegen die russischen Cyberoperationen beteiligt sich nach Angaben des EU-Rats auch Großbritannien. Parallel zur EU verhängte auch die britische Regierung neue Sanktionen gegen Russland, von denen 24 Personen betroffen waren.  Dieser Artikel wird weiter aktualisiert.