Tour de France: Keine Rennen mehr an »heißen Orten« – Pogačar fordert Änderung des Rennkalenders

Datum13.07.2026 10:30

Quellewww.spiegel.de

TLDRTadej Pogačar fordert wegen extremer Hitze eine Neugestaltung des Tour-Kalenders. Er schlägt vor, im Juli und August nicht mehr an besonders heißen Orten zu fahren und die Etappen früher starten zu lassen. Organisatoren verkürzten bereits ein Teilstück. Auch die Radrennfahrergewerkschaft mahnt Anpassungen an, um die Gesundheit der Athleten zu schützen. Tour-Direktor Prudhomme sieht logistische Hürden für frühere Starts.

InhaltDie Tour de France kämpft mit massiver Hitze. Eisbäder, Kühlwesten und Streckenverkürzungen reichen laut Tadej Pogačar, Träger des Gelben Trikots, nicht aus. Er würde gern einen "völlig" anderen Rennkalender aufstellen. In der Debatte über den Umgang der Tour de France mit der Hitze hat Radsportstar Tadej Pogačar radikale Veränderungen ins Spiel gebracht. "Wenn ich die Macht hätte, würde ich den gesamten Kalender umstellen und im Juli und August nicht an heißen Orten fahren", sagte der Slowene nach der neunten Etappe in Ussel. "Ich würde einen völlig anderen Kalender aufstellen, aber das liegt nicht in meiner Macht", so der Gesamtführende der Tour. Das Teilstück im Zentralmassiv war zum ersten Mal in der Geschichte der Rundfahrt wegen der anhaltenden Hitzewelle in Frankreich mit Temperaturen um 40 Grad von den Organisatoren um 30 Kilometer verkürzt worden. Es galt, die Fahrer und Fans an der Straße zu schützen. "Vielleicht besteht der nächste Schritt darin, die Etappen früher zu starten. Gestern gab es einen Vorschlag, um 10 Uhr zu starten, aber das ändert nichts, denn dann kommt man immer noch in der Hitze ins Ziel", sagte Pogačar. "Man muss um 8 oder 9 Uhr starten, oder sogar noch früher." Insgesamt hätten sich die Teams aber gut auf die Temperaturen eingestellt. Hinter der Ziellinie in Ussel, die der Niederländer Mathieu van der Poel zuerst überquerte, ließen viele Fahrer ihre Räder noch in Rennschuhen auf der Straße stehen und stiegen in Eisbäder. Manche Teams nutzen Planschbecken und Zinkwannen, um die Körpertemperatur nach dem Rennen zu senken. Viele Fahrer trugen Kühlwesten oder packten sich gleich Eis ins Trikot. Auch die Radrennfahrergewerkschaft Cyclistes Professionnels Associés (CPA) mahnte Änderungen an. "Die Startzeiten der Sommerrennen müssen angepasst werden, um die Gesundheit der Athleten zu schützen", teilte sie mit. Im Winter solle es "Gespräche mit allen Beteiligten" geben, um vor dem Sommer 2027 eine Lösung zu finden. Tour-Direktor Christian Prudhomme erklärte, ein früherer Start der Etappe nach Ussel sei aus logistischen Gründen nicht möglich gewesen. "Die Fahrer um 5 Uhr morgens zu wecken, ist selbst dann ziemlich schwierig, wenn das ohnehin schon üblich ist, wegen der Dopingkontrollen", sagte er. "Leistungsmäßig fehlt Lipowitz fast gar nichts mehr." Lesen Sie hier ein Interview mit dem früheren Spitzenfahrer Jens Voigt über die diesjährige Tour und das Duell zwischen Lipowitz und Evenepoel.