OLG München: Irakisches Ehepaar wegen Völkermordes und IS-Mitgliedschaft verurteilt

Datum13.07.2026 10:19

Quellewww.zeit.de

TLDREin irakisches Ehepaar wurde in München wegen Völkermords, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit verurteilt. Der Mann erhielt lebenslange Haft und die Frau eine Jugendstrafe von neuneinhalb Jahren. Ihnen wurde vorgeworfen, zwei jesidische Mädchen als Sklavinnen gehalten, ausgebeutet und sexuell missbraucht zu haben, im Auftrag des IS, dessen Ziel die Vernichtung des jesidischen Glaubens war.

InhaltNach mehr als einem Jahr Prozess um schwere Verbrechen an jesidischen Mädchen hat ein Gericht in München ein Urteil gesprochen. Die Anklägerin findet drastische Worte. Ein irakisches Ehepaar ist wegen der Versklavung jesidischer Mädchen und Mitgliedschaft in der Terrorgruppe Islamischer Staat (IS) verurteilt worden. Das Oberlandesgericht München verhängte eine lebenslange Freiheitsstrafe gegen den Mann und eine Jugendstrafe von neuneinhalb Jahren gegen die Frau - unter anderem wegen Völkermordes, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die beiden zwei jesidische Mädchen im Irak als Sklavinnen kauften, ausbeuteten und dass der Mann, der als Friseur in der bayerischen Hauptstadt arbeitete, bevor er sich in einer Münchner Moschee radikalisiert haben soll, die Kinder sexuell missbrauchte. "Die monströse Gewalt liegt so fern jeglicher Menschlichkeit, dass sie unwirklich erscheint", hatte die Vertreterin des Generalbundesanwalts erklärt. Alles habe dem Ziel des IS gedient, den jesidischen Glauben zu vernichten. Die heute 30-jährige Ehefrau hatte sich im Prozess entschuldigt und in ihrem letzten Wort gesagt: "Es tut mir leid". Ihr Ehemann wollte sich vor Gericht nicht äußern.  Dieser Artikel wird weiter aktualisiert.