Datum13.07.2026 10:14
Quellewww.spiegel.de
TLDRDer SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach zeigt sich offen für eine Zusammenarbeit mit der CDU, nachdem Kai Wegner auf seine Spitzenkandidatur verzichtete. Stefan Evers wird als neuer CDU-Spitzenkandidat gehandelt. Krach schließt eine Koalition nicht aus, äußert aber Vorbehalte wegen Evers' Unterstützung für Wegner und dessen Rolle in einer Fördergeldaffäre. Wegners Rückzug erfolgte nach Kritik an seiner Krisenkommunikation und falschen Aussagen. Die Wahl im September verspricht ein enges Rennen.
InhaltBerlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner macht den Weg frei für eine personelle Neuaufstellung der Landes-CDU. SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach sieht nun neue Chancen für eine schwarz-rote Zusammenarbeit. Der Berliner SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach schließt eine Zusammenarbeit mit dem designierten CDU-Spitzenkandidaten Stefan Evers nach der Wahl im September nicht aus. "Mit Stefan Evers arbeiten wir aktuell zusammen und natürlich ist das auch eine Möglichkeit für die Zukunft", sagte Krach dem Nachrichtenportal "Politico". Evers ist im Berliner Senat für Finanzen und Kultur zuständig. Nach dem Rückzug von Kai Wegner soll Evers die CDU als Spitzenkandidat in die Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus im September führen. Der CDU-Landesvorstand kommt am späten Nachmittag zusammen und will final über Evers' Kandidatur entscheiden. Die Erwartungen in der Partei an den 46-Jährigen sind hoch. Eine Zusammenarbeit mit Berlins noch Regierendem Bürgermeister Kai Wegner hatte Krach zuletzt ausgeschlossen. "Ich habe aber ausdrücklich nicht gesagt, dass eine Zusammenarbeit mit der CDU nicht mehr infrage kommt. Und natürlich ist das jetzt eine neue Situation." Vorbehalte hat Krach trotzdem. Evers habe Wegner bis zum letzten Tag unterstützt. "Von daher ist das System Wegner ja nicht beendet. Und natürlich stellt sich auch die Frage, welche Rolle der Finanzsenator in der Fördergeldaffäre gespielt hat." Wegner habe das Amt des Regierenden Bürgermeisters massiv beschädigt und auch den Ruf Berlins, so Krach. Der CDU-Politiker hatte am Freitag angekündigt, wegen seiner missglückten Krisenkommunikation während eines großen Stromausfalls in Berlin im Januar auf die Spitzenkandidatur zu verzichten. Der Regierende Bürgermeister stand früh in der Kritik, weil er inmitten der Krise privat Tennis gespielt hatte. Mittlerweile steht fest, dass er bei seinen Angaben zur Krisenkommunikation zudem falsche Aussagen machte. Die Grünenpolitikerin Renate Künast forderte, Wegner müsse auch als Bürgermeister umgehend zurücktreten. Bei der Wahl für das Abgeordnetenhaus im September zeichnet sich zwischen Linken, Grünen, AfD und CDU ein enges Rennen um den ersten Platz ab. Die SPD liegt in den Umfragen meist etwas zurück. Die CDU ist in Berlin mit Kai Wegner abgestürzt, eine Linke könnte den Regierenden Bürgermeister im Amt beerben. Elif Eralp setzt auf Klassenkampf-Populismus und Bürgernähe. Lesen Sie hier mehr über die Spitzenkandidatin der Linken.