Ostseewal als Bühnenstück: Theater in Hamburg bringt Wal-Drama auf die Bühne

Datum12.07.2026 18:57

Quellewww.zeit.de

TLDRDas Ernst-Deutsch-Theater in Hamburg präsentiert "Timmy - die Hope stirbt zuletzt", ein Stück über einen Buckelwal in der Ostsee. Der Schauspieler Enrique Fiß und Regisseur Alexander Klessinger gestalten seine Geschichte als moderne Passionsgeschichte und thematisieren menschliche Sehnsüchte sowie die Polarisierung der Öffentlichkeit anhand des Wals. Das Stück ist eine Mischung aus Performance, Konzert und Selbstbefragung, die die Wut in sozialen Medien und die Suche nach Bedeutung in der Gegenwart reflektiert.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Ostseewal als Bühnenstück“. Lesen Sie jetzt „Theater in Hamburg bringt Wal-Drama auf die Bühne“. Millionen Menschen verfolgten im Frühjahr die Berichte über einen Buckelwal in der Ostsee, der von Medien den Namen Timmy erhielt, aber auch Hope genannt wurde. Der TV- und Theater-Schauspieler Enrique Fiß ("Großstadtrevier") und Regisseur Alexander Klessinger haben die Geschichte jetzt künstlerisch aufgearbeitet. Nun wurde "Timmy - die Hope stirbt zuletzt" im Hamburger Ernst-Deutsch-Theater aufgeführt. Es sei "ein Abend über einen Wal und über all das, was wir in ihn hineingelesen haben", erklärten die Autoren. Das am Samstagabend uraufgeführte Stück sei eine "wilde Mischung aus Performance, Konzert, Messe und öffentlicher Selbstbefragung". In dem Theaterstück erzählen sie die Geschichte des Buckelwals als moderne Passionsgeschichte und hinterfragen dabei "die Sehnsucht der Menschen nach Bedeutung in einer überreizten Gegenwart".  Es beschäftigt Fiß, wie viel Wut in den sozialen Medien hochkochte in dem Moment, als die einen das Tier sterben lassen, die anderen es aber um jeden Preis retten wollten. "Am Ende hassen sich alle gegenseitig, dabei war es das Ziel, etwas Positives zu bewirken."  Nach dem Stück diskutierte die Tierärztin Kirsten Tönnies, die bei einem Rettungsversuch vor Ort war, mit den Tierschutzaktivisten Anna Schubert und Hendrik Haßel. Zum Abschluss spielte die Berliner Band Tulpe, die mit dem - bewusst provokant betitelten - Song "Sprengt den Wal" einen Hit gelandet hatte. © dpa-infocom, dpa:260712-930-373181/2