Bundeswehr: Regierung einigt sich offenbar auf Losverfahren bei Wehrdienst

Datum14.10.2025 16:16

Quellewww.zeit.de

TLDRDie Bundesregierung hat sich auf ein Losverfahren beim Wehrdienst geeinigt, sollte die Zahl der Freiwilligen nicht ausreichen. Der Wehrdienst bleibt grundsätzlich freiwillig, aber bei ungenügenden Meldungen entscheidet das Los über die Auswahl. Verteidigungsminister Boris Pistorius wird sich demnächst zu dem Gesetzesentwurf äußern. Die Koalition, einschließlich Union und SPD, sieht das Verfahren als gerecht an und plant, ab nächstem Jahr einen Fragebogen für junge Männer einzuführen, um geeignete Kandidaten zu ermitteln.

InhaltDer Wehrdienst soll grundsätzlich freiwillig bleiben. Für den Fall, dass das nicht ausreicht, setzt die Koalition Berichten zufolge auf ein Losverfahren. Union und SPD haben sich übereinstimmenden Medienberichten zufolge auf ein Losverfahren beim Wehrdienst geeinigt. Wie die ARD-tagesschau und Süddeutsche Zeitung berichten, soll das Los entscheiden, sollten sich nicht genug Menschen zum Wehrdienst melden. Zuvor war bereits bekannt geworden, dass die Regierungsparteien sich geeinigt hatten. Noch am Nachmittag will sich Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) zu dem Gesetzesentwurf äußern.  SPD-Fraktionschef Matthias Miersch bezeichnete die vereinbarten Eckpunkte als eine "gute Diskussionsgrundlage für das parlamentarische Verfahren". Er sei sicher, dass die Koalition nach der ersten Lesung des Gesetzentwurfs am Donnerstag "sehr schnell" nach einer Anhörung zu einer endgültigen Klärung komme. Auch Unionsfraktionschef Jens Spahn sagte, es sei "eine gute Lösung gefunden" worden. Dabei sei es auch um die Frage gegangen, wie ein möglichst gerechtes Verfahren bei der Auswahl der Wehrdienstleistenden gefunden werde. Der Gesetzentwurf sieht vor, dass ab kommendem Jahr junge Männer einen Fragebogen ausfüllen müssen. Geeignete Kandidaten werden dann zur Musterung geladen. Die Entscheidung für den Wehrdienst sollte aber freiwillig bleiben. Die Union hatte das jedoch nicht für ausreichend gehalten und Änderungen in Richtung eines Pflichtmodells verlangt, wenn Zielgrößen bei der Rekrutierung nicht erreicht werden. Dies soll nun offenbar über ein Losverfahren geregelt werden. Dieser Artikel wird weiter aktualisiert.