WhatsApp muss andere KI-Anbieter zulassen

Datum09.06.2026 18:03

Quellewww.spiegel.de

TLDRDie EU-Kommission zwingt Meta, WhatsApp für KI-Assistenten von Drittanbietern in der EU wieder kostenfrei zugänglich zu machen. Meta muss innerhalb von fünf Werktagen Zugang gewähren, um den Wettbewerb auf dem KI-Markt zu schützen. Die Kommission befürchtet, dass Metas Einschränkungen kleineren Anbietern schaden und deren Marktchancen mindern. Die Untersuchung läuft seit Dezember 2025, nachdem Meta den Zugang zu Schnittstellen blockiert und dann eine Gebühr eingeführt hatte. Diese Maßnahme soll nun rückgängig gemacht werden.

InhaltWer auf WhatsApp einen KI-Assistenten nutzen will, dem bleibt derzeit kaum eine andere Wahl als die konzerneigene "Meta AI". Jetzt greift die EU-Kommission ein: Meta hat fünf Tage Zeit, den Zugang für Drittanbieter zu öffnen. Die EU-Kommission zwingt den Messengerdienst WhatsApp, KI-Assistenten anderer Anbieter in der Europäischen Union wieder kostenlos zuzulassen. Der US-Konzern Meta, zu dem WhatsApp gehört, müsse die einstweiligen Maßnahmen innerhalb von fünf Werktagen umsetzen. Das teilte die EU-Kommission mit. Man fürchte ansonsten "ernsthaften und nicht wiedergutzumachenden Schaden" für den Wettbewerb im wachsenden Markt für universelle KI-Assistenten. Dort hätten kleinere Anbieter und neue Marktteilnehmer derzeit die Chance, etablierte Großunternehmen herauszufordern. Parallel untersucht die Behörde weiter, ob der Konzern mit den Einschränkungen gegen EU-Wettbewerbsrecht verstößt. Die EU-Kommission wacht in der EU über die Einhaltung des Wettbewerbsrechts. Sie untersucht den Fall seit Dezember 2025. Hintergrund ist, dass Meta im vergangenen Oktober Drittanbietern den Zugang zu Schnittstellen sperrte, über die Unternehmen ihre Dienste mit WhatsApp verknüpfen. Das Vorgehen führt laut EU-Kommission dazu, dass für Nutzerinnen und Nutzer nur Metas eigene KI ("Meta AI") zur Verfügung stehe. Nachdem die Kommission schon einmal mit Zwangsmaßnahmen gedroht hatte, öffnete Meta im März den Zugang zwar formal wieder, führte jedoch eine Gebühr ein. Dies werten die Wettbewerbshüter in Brüssel als faktische Fortsetzung der Zugangssperre. Die nun gefallene Entscheidung verpflichte Meta, den Zugang zu denselben Bedingungen wiederherzustellen, die vor dem 15. Oktober 2025 galten. WhatsApp ist für KI-Unternehmen ein wichtiger Zugangspunkt zu Verbrauchern in Europa, teilte EU-Wettbewerbskommissarin Teresa Ribera mit. "Mit der heutigen Entscheidung bewahren wir auch die Wahlfreiheit der Bürger in ganz Europa hinsichtlich der KI-Assistenten, die sie mit WhatsApp nutzen möchten, ohne dass diese Entscheidung für sie getroffen wird."